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Unendliches Unverständnis und der Weg zur Erkenntnis Brahmans

27.09.2026
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Unendliches Unverständnis und der Weg zur Erkenntnis Brahmans

Vasishtha erzählt Rama die Geschichte von Vipasita – einem König mit vier Körpern. Er sagt, dass einer der Vipasitas begann, durch den Raum des Universums zu reisen, um den Kosmos und die Sternensphären zu erforschen. Vasishtha sagt:

„Brahman ist unendlich, daher ist auch das Nichtverstehen Brahmans unendlich. Das Nichtverstehen besteht, solange Brahman nicht verstanden ist; sobald es verwirklicht ist, existiert das Nichtverstehen nicht mehr.“

Das Prinzip des unendlichen Nichtverstehens

Nehmen wir an, eine Kuh könne aufgrund ihres Karmas in der Tierwelt immer wieder geboren werden und sich über Milliarden von Kalpas, Billionen von Kalpas hinweg wiederverkörpern, wenn nicht irgendeine starke impulsgebende Ursache entstünde, die sie in eine bestimmte Richtung bewegen würde. Und selbst eine sehr große Zahl, zum Beispiel Quintillionen von Quintillionen Kalpas, ist für das Universum, für die Natur, keine große Zahl. Das heißt, Quintillionen von Quintillionen Kalpas sind für die Unendlichkeit ebenso wenig wie ein Fingerschnippen. Wenn in dieser Kuh ein solcher Impuls entsteht, dass sie ihr Bewusstsein erhöht und im nächsten Leben einen menschlichen Körper erlangt, kann sie dies in diesem Leben verwirklichen. Wenn dieser Impuls nicht entsteht, kann sie Quintillionen von Quintillionen Kalpas lang eine Kuh bleiben. Das ist die проявление des Prinzips des unendlichen Nichtverstehens.

Wenn wir darüber nachdenken, gelangen wir zu dem Schluss, welch großen Wert die kostbare menschliche Geburt und die Beschäftigung mit spiritueller Praxis haben; das heißt, in diesem Leben erhalten wir die Möglichkeit, diesen Kreislauf bewusst zu vollenden oder ihn stark zu verkürzen, ohne aus ihm herauszufallen.

Das heißt: Sie haben begonnen, spirituelle Praxis zu betreiben, irgendeiner Ihrer Freunde jedoch nicht. Sie können in reine Länder übergehen, zu einem Schöpfergott werden, während er Milliarden von Zeitaltern Mensch bleiben und sich in all dem weiterdrehen kann. Zwischen Ihnen kann eine sehr große Kluft entstehen – das ist das Prinzip der unendlichen Unwissenheit.

Die Natur der großen Unwissenheit

Vasishtha sagt: „Das Nichtverstehen besteht, solange Brahman nicht verstanden ist.“ Man kann von verschiedenen Formen der Avidya (Nichtverstehen) und den hauptsächlichen Kleshas sprechen (Avidya, Asmita, Raga, Dvesha, Abhinivesha). Doch die gesamte Vielfalt des Nichtverstehens, der Kleshas, der Arten von Maya und der illusorischen Bedingtheit lässt sich auf ein großes Nichtverstehen zurückführen, das auch Maha Avidya genannt wird – große Unwissenheit oder grundlegende Unwissenheit. Dieses große Nichtverstehen hängt mit dem Nichtverstehen des Prinzips Brahmans zusammen, während alle übrigen Formen des Nichtverstehens – Missverständnisse im Bereich der Beziehungen, Missverständnisse im Bereich der intellektuellen Klarheit der Lehre – bereits sekundäre Erscheinungen dieses einen großen Missverständnisses sind.

Die Wurzel des großen Nichtverstehens löst sich im Licht des Verständnisses Brahmans auf

Worin besteht das Nichtverstehen? Darin, dass wir uns für eine reale Persönlichkeit halten, dass es kein Element der Selbstbefreiung und kein Spiel gibt, dass wir dies todernst genommen haben, dass wir nicht verstehen, dass auch der andere Brahman ist, und dass wir die Situation selbst nicht verstehen und nicht selbstbefreien. Das heißt, die Situation wird nicht auf eine niedrigere Ebene gebracht, sondern nimmt eine qualitativ andere Färbung an. Aus einer dualen Situation der Subjekt-Objekt-Beziehungen wird sie zu einer Vivarta, einer Lila, einer Vilasa, also zu einem Spiel der schöpferischen Energie des Absoluten, in dem alle Widersprüche geglättet sind und verschwunden, in dem alles ganzheitlich zum Ausdruck kommt. Das heißt, es fehlt das Verständnis des Subjekts, des eigenen Selbst nicht als Persönlichkeit, sondern als Absolutes. Es fehlt das Verständnis des anderen: Man sieht ihn als ein getrenntes Objekt und nicht als Brahman, als das Absolute. Es fehlt das Verständnis der Situation als spielerischer Ausdruck, als Vilasa, als Lila, und in reiner Schau als Darshana der Gottheit, die diese Lila manifestiert.

Und warum fehlen diese drei Verständnisse? Weil ein großes Verständnis fehlt – das Verständnis der Einheit und Ganzheit von allem. Das Fehlen dieses Verständnisses führt zu drei Formen des Nichtverstehens, nämlich des Subjekts, des Objekts und ihrer Wechselwirkungen. Und diese drei Arten des Nichtverstehens bringen Myriaden weiterer Formen des Nichtverstehens hervor.

Wenn das Nichtverstehen jedoch an seiner Wurzel beseitigt ist, wird alles sofort und augenblicklich erkannt und selbstbefreit. Das heißt, das Nichtverstehen besteht, solange Brahman nicht verstanden ist.

Feinstoffliche Formen des Nichtverstehens

Ebenso kann es ein Missverständnis in Bezug auf die eigenen Gefühle geben. Ein solcher Mensch denkt zum Beispiel: „Ja, ich muss Gewahrsein entwickeln, ich muss in der Philosophie des Advaita, in der Sichtweise verweilen.“ Dennoch treten seine eigenen Energien wie Zorn, Eifersucht und Neid in Erscheinung. Und er verfällt in ein Gefühl der Verdunkelung, beginnt zu denken: „Ich bin ein nichtsnutziger Praktizierender“, oder es entsteht ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber diesen Energien – auch das ist eine Form des Missverständnisses, nur eine subtilere. Er versucht, sie zu kontrollieren. Wahres Verständnis bedeutet jedoch, dass du dein grundlegendes Bewusstsein als Brahman erkennst, und dann werden auch alle Energien erkannt.

Was könnten diese Energien anderes sein als ein Spiel Brahmans? Nichts anderes. Sobald jedoch Ahamkara entsteht, kommt es sofort dazu, dass man diese Energien sich selbst zuschreibt und sich mit ihnen identifiziert – und ein Schuldgefühl entsteht. Wenn aber ein Schuldgefühl vorhanden ist, folgt darauf das Szenario der Bestrafung. Entsteht beispielsweise bei Szenen der Hölle im Traum oder im Bardo ein Schuldgefühl, ist das Szenario der Bestrafung unausweichlich, da Identifikation vorhanden ist. Entsteht bei der Wiedergeburt Verwirrung, wenn Yama die Sünden und Verdienste abwägt, folgt das Szenario der karmischen Vergeltung, des Gesetzes des Karma.

Wenn jedoch von Anfang an Erkennen vorhanden ist, löst sich all dies augenblicklich und vollständig von selbst. Dann sind alle Erscheinungen nicht mehr deine, sondern sie sind allesamt das Absolute. Und wenn dies absolut ist, dann ist es auch vollkommen, denn ein unvollkommenes Absolutes kann es nicht geben. Und wenn es das doch geben könnte, wäre es keine Realität, sondern ein unbegreifliches Spiel.

Die wahre Natur der Allwissenheit

Vasischtha sagt also:

„Missverständnis besteht, solange Brahman nicht verstanden ist; sobald es verwirklicht ist, besteht kein Missverständnis mehr.“

Wenn wir die Wirklichkeit unmittelbar sehen, verschwindet jedes Missverständnis. Manche Wissenschaftler vertreten Theorien, nach denen Verwirklichung bedeutet, dass man zum Kenner aller Wissenschaften und aller Künste wird: der Physik, Mathematik, Chemie, Biologie, Religion, Geschichte und so weiter. Das heißt, zu einer oberflächlichen Allwissenheit. Man kann es auch so ausdrücken, denn wenn ihr euren ursprünglichen Zustand verwirklicht, nimmt eure Klarheit zu, und ihr könnt tatsächlich über übergeniale Fähigkeiten verfügen. Darum geht es jedoch überhaupt nicht. Das bedeutet nicht, dass ihr, nachdem ihr Brahman verwirklicht habt, augenblicklich zu wissen beginnt, was irgendeine Gruppe von Menschen in Argentinien tut, was die Bakterien auf der Venus zu diesem Zeitpunkt tun, wie das Wetter auf dem Jupiter ist – also dass ihr all dies gleichzeitig erkennt. Vielleicht wisst ihr das nicht, doch ein intuitives Gewahrsein der Allwissenheit kann mit erstaunlicher Klarheit vorhanden sein. Und wenn ihr die Fähigkeiten der Allwissenheit weiterentwickelt, gelangt ihr vielleicht auch dahin. Das grundlegende Verständnis Brahmans bedeutet jedoch, dass ihr intuitiv die Grundlage durchschaut, die alle Widersprüche und Identifikationen auflöst und überhaupt alle Probleme augenblicklich löst.

Das Erkennen Brahmans lässt Widersprüche und Identifikationen sich auflösen

Vasischtha sagt:

„Wie weit Vipashit auch gelangt sein mochte, er wanderte dennoch in diesem Missverständnis umher.“

Das heißt, Vipashit flog durch alle Sternenwelten, doch er flog innerhalb seiner Begrenzungen.

„Von den anderen erlangte einer Erleuchtung, ein anderer wurde zu einem Hirsch, und ein dritter wandert ebenfalls in Unverständnis umher. Die beiden, die in ferne Welten gelangt waren, sind in unserem Bewusstsein nicht sichtbar. Derjenige aber, der zu einem Hirsch wurde, befindet sich in unserem Raum. Die Welt, in der dieser Vipashit als Hirsch lebt, ist unsere eigene Welt, die sich in einem entlegenen Winkel des unendlichen Raumes des Bewusstseins befindet.“

„Vipashit lebte ganz am Anfang selbst in dieser Welt und ging dann von hier fort. Wie lebt er nun als Hirsch in eben dieser Welt?“

Vasischtha antwortete:

„So wie jemand, der Gliedmaßen besitzt, diese kennt, so kenne auch ich alles, was in Brahman existieren kann, denn Brahman ist mein Selbst. Die Vergangenheit kennt die Zukunft nicht und umgekehrt, doch das durch die Zeit ungeteilte Bewusstsein kennt beides. In diesem Bewusstsein ist alles ‚hier‘, auch wenn sich etwas in der gewöhnlichen Wahrnehmung weit entfernt befinden kann. Deshalb sehe ich sowohl die Welt, in der Vipashit umherwanderte, als auch, wie er in dieser Welt zum Hirsch wurde. Tatsächlich weiß ich, wo sich dieser Hirsch in genau diesem Augenblick befindet, o Rama. Es ist der Hirsch, den dir König Trigart'ha geschenkt hat.“

Als Vasistha dies sagte, waren Rama, die anderen Weisen und alle Anwesenden erstaunt. Rama schickte einige Jungen, um den Hirsch zu holen. Als sie ihn sahen, staunte die gesamte Versammlung und rief aus: „Wahrlich, die Illusion ist unendlich und grenzenlos!“

Befreiung durch Feuer

„O Weiser, von wem und auf welche Weise wird dieser Hirsch aus einer solch unglücklichen Existenz befreit werden?“

Vasistha antwortete:

„Der Weg aus dem Nichtverstehen ist derselbe, der in dieses Nichtverstehen geführt hat. Jeder andere Weg ist falsch und wird weder Glück noch Erfolg oder überhaupt irgendwelche Ergebnisse bringen. König Vipasita verehrte das Feuer, und indem dieser Hirsch ins Feuer eintritt, wird er seinen früheren Zustand wiedererlangen, so wie Gold nach dem Durchgang durch das Feuer wieder zu glänzen beginnt. Seht, jetzt werde ich diesen Hirsch dazu bringen, ins Feuer einzutreten.“

Nachdem der Weise Vasistha dies gesagt hatte, nahm er einen Schluck Wasser aus seinem Gefäß und ließ in der Mitte des Saals ein Feuer entstehen, ganz ohne Holz. Es brannte hell, ohne Funken und Rauch. Die Menschen im Saal wichen vor dem Feuer zurück. Der Hirsch hingegen war begeistert und begann, um das Feuer herumzutanzen. Vasistha befand sich in tiefer Meditation und segnete den Hirsch, damit er von seinen früheren sündigen Neigungen befreit werde. Er betete zum Feuergott: „In Erinnerung an seine frühere Existenz, o Feuer, gib diesem Hirsch bitte seine frühere Gestalt als König Vipasita zurück.“

Das reinigende Feuer führt den Hirsch zu seiner wahren Natur zurück

Sobald der Weise diese Worte ausgesprochen hatte, sprang der Hirsch freudig ins Feuer. Er blieb dort einige Minuten, während alle Umstehenden zusahen, und dann verwandelte sich seine Gestalt allmählich in die eines Menschen. Er strahlte und war schön. Sobald er aus dem Feuer hervortrat, erlosch das Feuer. Die Weisen riefen einstimmig aus: „Er leuchtet (Bhāsa) wie die Sonne! Zweifellos wird er als Bhāsa bekannt werden.“ Seit jener Zeit wird er Bhāsa genannt.

Bhāsa erinnerte sich augenblicklich an alles, was ihm in seinen früheren Verkörperungen widerfahren war. Er stand auf, ging zum Weisen Vasistha und verbeugte sich vor ihm. Der Weise segnete ihn mit den Worten: „Möge das Nichtverstehen, das dich so lange bedrückt hat, von dir weichen.“ Danach verbeugte sich Bhāsa vor Rama und begrüßte ihn.

Anschließend begrüßte König Dasharatha Bhāsa:

„Willkommen, o König. Setz dich. Du bist in diesem Samsara lange durch ferne Gegenden gereist. Ruhe dich hier aus.“

Bhāsa setzte sich zu den Weisen der Versammlung. König Dasharatha fuhr fort:

„Ach, wie ein angebundener Elefant musste dieser König Vipasita unzählige Leiden durchmachen. Welche schrecklichen Plagen verfolgen eine ungenaue Sicht der Wirklichkeit und ein verzerrtes Verständnis der Wahrheit. Es ist erstaunlich, welche Macht die Illusion besitzt: Obwohl sie unwirklich und nicht existent ist, kann sie in einem unendlichen Bewusstsein die verschiedensten scheinbaren Welten und vielfältige Empfindungen erschaffen.“

Vishvamitra sagte: 

„Ganz recht, o König. Viele Menschen wandern in diesem Samsara umher, weil sie weder wahres Wissen noch Erleuchtung erlangt haben. Hier ist ein König, der in den vergangenen eine Million siebenhunderttausend Jahren im Samsara umhergewandert ist. Diese unwissenden Menschen interessieren sich für die Natur der Objekte der Welt – und werden vom Samsara mitgerissen, ohne sich von ihm loslösen zu können.

Dieses Wesen existiert im unendlichen Raum als bloßer Begriff im Geist des Schöpfers Brahma.“

Die Natur der vielfältigen Welten

Die Vielfalt der Welten scheint denjenigen, die sich in der Dualität befinden, real zu existieren. Tatsächlich handelt es sich um dieselbe Vielfalt von Welten, wie wenn Sie verschiedene Bücher in einem Regal stehen hätten, von denen jedes seine eigene Welt enthielte, und Sie sich beim Lesen eines Buches in diese Welt verlieren und in sie eintauchen würden, wobei Sie diese reale Welt vergäßen. Doch all diese Welten befinden sich in einem einzigen Regal und besitzen keine Eigensein. Oder stellen Sie sich vor, Sie hätten Datenträger mit verschiedenen Computerspielen oder Videofilmen und würden beim Eintauchen in eines von ihnen glauben, in einer Welt zu leben, und beim Eintauchen in ein anderes, in einer anderen Welt zu leben. Doch diese Realität ist nicht mit der realen Welt vergleichbar. All diese Welten existieren lediglich im Raum des Bewusstseins, während sie auf der physischen Ebene den Platz eines Regals einnehmen. Das heißt, in Wirklichkeit hat es sie niemals gegeben. Für sie gibt es keinerlei reale Koordinaten, Parameter oder physikalische Gesetze; sie sind nichts weiter als das Spiel der Vorstellungskraft eines Schriftstellers oder dessen, der diese Spielwelten erschaffen hat. Ebenso sind auch jene Welten, in denen Menschen, Götter und Asuras existieren, mit Wiedergeburten in ihnen sowie mit den Gesetzen von Ursache und Wirkung, solchen Welten ähnlich – wie Bücher in einem Regal oder Datenträger. Sie existieren in den Vorstellungen ihrer Schöpfer und der Lebewesen, die sich in diesen Vorstellungen befinden und ihren Gesetzen unterliegen.

Die vielfältigen Welten sind in einem einheitlichen Raum des Bewusstseins eingeschlossen

Wenn wir zur wahren Wirklichkeit erwachen, befreien wir uns von diesen Formen der Vorstellung. Dafür müssen wir uns von unserer eigenen Vorstellung befreien, das heißt von der Vereinnahmung durch die illusionäre Energie und die Tätigkeit unseres Geistes. Der beste Weg dazu besteht darin, alle unsere dualistischen Vorstellungen selbst zu befreien. So oder so entsteht bei uns bei der Wahrnehmung irgendwelcher Erscheinungen stets eine bewertende und interpretierende Tätigkeit, und wir werden in sie hineingezogen.

Selbstbefreiung von Konzepten

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie träumen, und irgendein Wesen kommt auf Sie zu und fragt: „Warum führst du diese oder jene Praxis nicht aus?“ Es macht Ihnen Vorwürfe, und Sie beginnen sich schuldbewusst zu rechtfertigen. Wenn es jedoch von Anfang an ein Traum ist, wozu dann all diese Gespräche? Sie sprechen doch auch nicht mit Ihrem Spiegelbild, und es käme Ihnen doch nicht in den Sinn, einen Lauftext am Bahnhof ernst zu nehmen und ihm zu antworten, weil dies für Sie den Charakter des Unwirklichen hat. Wenn dies jedoch im Traum geschieht, ist Ihr Bewusstsein getrübt, weshalb Sie in einen Dialog eintreten und reale Gefühle erleben. Das kann Sie tief beeindrucken. Wenn Sie jedoch keine Bewertungen und Interpretationen haben, wenn Sie in eine reale Sicht eingetaucht sind, in der es keinerlei von Samsara erdachte Bedeutungen und keine vom Verstand künstlich geschaffenen Subjektbeziehungen gibt, entstehen auch keine Identifikationen.

Ein Suchender fragte einst einen Weisen:

– Swami, wie kann ich Gott erreichen?

Der Swami sagte:

– Oh, wie viel hast du nur im Kopf! Du denkst über dich, dass du existierst, du hast eine Vorstellung vom Erreichen, du hast viel über Gott gelesen und weißt viel über ihn. Doch all das hindert dich nur. Wenn du dich von der Vorstellung Gottes selbst, vom Erreichen, von der Vorstellung über dich selbst befreist und in eine unmittelbare nichtkonzeptuelle Sicht eintrittst, wirst du Gott viel schneller erreichen.

Die Befreiung von Vorstellungen eröffnet eine unmittelbare nichtkonzeptuelle Sicht

Warum? Weil man Ihn nicht durch die Vorstellungskraft des eigenen Verstandes erreichen kann, die vollständig illusionär ist. Man kann Ihn nur durch den Verzicht auf alle Funktionen des Bewusstseins und durch das Eindringen an jenen Ort erreichen, an dem alle Funktionen des Bewusstseins verschwinden. Dabei spreche ich nicht von der relativen Dimension. In der relativen Dimension sollen die Funktionen des Bewusstseins so wirken, wie es ihnen entspricht. Wesentlich ist jedoch, an welchem Punkt man das Bewusstsein während der essenziellen Praxis der Kontemplation hält.

Lila
Selbstbefreiung
Samsara
Vasishtha
Brahman
Avidya
Yoga Vasistha
Rama
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