Die Erkenntnis des Göttlichen Spiels als Weg zur Befreiung
21.08.2026
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Kommentar zum Text „Shripada Shri Vallabha Charitamritam“. Kapitel 45. Anweisung an Shri Hanuman, sich auf der Erde zu inkarnieren. Shripadas Aufenthalt in Kashi
Nachdem wir das Mittagessen im Haus von Shri Bhaskara Shastri beendet hatten, begann er seine Erzählung:
„Meine Lieben, die göttlichen Spiele Shripadas entziehen sich jeder Logik. Er segnete viele große Menschen in Kashi. Er verlieh ihnen die erforderlichen yogischen Kräfte und Siddhis. Zu den Gruppen von Weisen sagte er: ‚Ich werde in einer anderen Inkarnation unter dem Namen Narasimha Saraswati erscheinen. Es gibt einen gewichtigen Grund dafür, dass Ich unmittelbar nach Meinem Verschwinden in Pithikapuram nach Kashi kam. Dies ist ein bedeutender heiliger Ort. Es ist der Aufenthaltsort vieler Siddhas. Ich werde jeden Tag auf yogischem Wege hierherkommen, um im Fluss Ganges zu baden. Erst in der Inkarnation als Narasimha Saraswati werde Ich die Einweihung in den Sannyasi-Orden empfangen. Ich weise Shyama Charan an, hier geboren zu werden, um in den kommenden Zeitaltern den Haushältern Kriya-Yoga zu lehren. Hanuman wird in der nächsten Yuga zu Brahma werden. Ich werde Hanuman zu Shyama Charan schicken, damit er die Kriya-Yoga-Diksha empfängt. Das ist die Wahrheit.‘
Dann gelangte Er auf yogischem Wege gemeinsam mit Gruppen von Rishis nach Badarika Vanam. In der Höhle von Nara-Narayana weihte Er viele in die Kriya-Yoga-Diksha ein. Von dort begab Er sich zum zwölf Krosh entfernten Urvashi-Kund. Er badete auch im Rishi Ganga. Er segnete einen großen Yogi namens Sarveshwarananda, der 5.000 Jahre lang Tapasya vollzogen hatte. Von dort aus begab Er sich nach Nepal.
Darshan für Hanuman als Sita, Rama, Lakshmana, Bharata und Shatrughna
Dort gewährte Er Hanuman, der auf einem Berg saß und tief über den Namen Ramas meditierte, Darshan als Sita, Rama, Lakshmana, Bharata und Shatrughna. Er sagte zu Hanuman:
„Mein lieber Hanuman. Es ist unmöglich zu zählen, wie viele Millionen Male du die Agni-Bija ‚Ram‘ wiederholt hast. Du sprichst die Keimsilbe ‚Ram‘ sogar in jedem einzelnen Augenblick aus. Chitragupta fällt es schwer, darüber Buch zu führen. Es ist unzählbar. Selbst während der großen, endlosen Maha-Shunya-Kala hast du den Klang ‚Ram‘ Millionen und Abermillionen Male wiederholt, deshalb hast du die Zeit überwunden. Du bist zu Kalatmaka geworden. Chitragupta fällt es schwer, dein Alter selbst in Hunderttausenden von Jahren zu berechnen. Du musst dich eines Tages in dieser Kali-Yuga inkarnieren; da du imstande bist, die Tendenzen der Sinne zu besänftigen, wirst du unter dem Namen Sai berühmt werden.“
Die Kraft der Keimsilbe „Ram“
Hanuman sagte:
„Mein Herr. Der Klang ‚Ram‘ ist zweifellos die Keimsilbe des Feuers. Ich habe die Gunst des Feuergottes gewonnen. Durch die Vereinigung mit dem Feuer bin ich vollkommen geworden. Aus körperlicher Sicht bin ich dein Diener. Aus der Sicht der Lebenskraft bin ich ein Teil von dir. Aus der Sicht des Atman bin ich du. Bitte sage mir, in welcher Form ich mich inkarnieren soll.“
Shripada lächelte und sagte:
„Obwohl du als göttliche Inkarnation Shivas geboren wurdest, bist du zu einem Verehrer Ramas geworden. Im Arabischen bedeutet ‚Al‘ ‚Shakti‘, ‚Aha‘ bedeutet ‚Shakta‘, das heißt derjenige, der Shakti in sich trägt. Folglich bedeutet ‚Allah‘ die vereinigte Form von Shiva und Shakti. Du verehrst Mich in der Form von Janaki Vallabha. Von nun an wirst du Mich als Shiva-Shakti verehren und dabei den Namen ‚Allah‘ aussprechen, wie es die Mlechchhas gewöhnlich tun.“
Hanuman sagte:
„Herr. Ich weiß, dass der Weise Bharadwaja während der Treta-Yuga in Pithikapuram Savitra Kathaka Chayanam vollzog. Ich weiß auch, dass Du gemäß dem an jenem Tag gewährten Segen in der Linie des Weisen Bharadwaja geboren wurdest. Ich möchte unter keinen Umständen von dir getrennt werden. Deine Abstammungslinie soll auch meine Abstammungslinie sein. Ich bin dein Kind.“
Dialog zwischen Shripada und Shri Hanuman
Shripada: „Mein lieber Hanuman. Möge dein Körper deinem Wunsch entsprechend in der Linie Bharadwajas geboren werden.“
Hanuman: „Allah Malik, das bedeutet: Allah ist der Herr.“
Shripada umarmte Hanuman und sagte: „Hanuman. Gib deine Vorstellung vom Körper auf. Du bist ein Teil von mir.“
Hanuman: „Herr, ich stimme zu, dass ich ein Teil von dir bin. Dennoch verschmelzen Amsha-Avatare nach der Vollendung ihrer Mission auf der Erde wieder mit ihrer ursprünglichen Natur. Dann verlieren diese Amsha-Avatare ihren gesamten Wert und ihre Bedeutung. Deshalb muss der Amsha-Avatar, den ich annehmen werde, dauerhaft mit der ursprünglichen Natur verbunden sein und über den ganzen Reichtum an Kraft und Macht verfügen, der in dir als der Quelle vorhanden ist.“
Shripada: „Mein lieber Hanuman, du bist sehr klug. Mögen all Meine Kraft und Erhabenheit in dir wohnen. Ich werde 300 Jahre lang im Körper von Narasimha Saraswati in Kadali Vana im Yoga-Samadhi unerkannt bleiben. Danach werde ich in Prajnyapura als Swami Samartha bekannt werden. Wenn die Zeit kommt, Meinen sterblichen Körper zu verlassen, werde Ich Mich in dir verkörpern, wenn du in der Gestalt von Sai bist. Ich werde unmissverständlich verkünden, dass Meine Verkörperung in dir ist. Du wirst als Meine Verkörperung, Sarva Samartha Sadguru, bekannt werden.“
Hanuman: „Herr. Vom Standpunkt des physischen Körpers aus bin ich Dein Diener, deshalb werde ich die Worte ‚Allah Malik‘ singen. Vom Standpunkt des Jivatman aus werde ich mich wie ein Guru mit einem Funken Deiner Göttlichkeit verhalten, doch ist Shri Charana nicht der Herr Datta selbst? Ist es richtig, dass es zwischen mir und Dir einen Unterschied geben soll? Nichtdualität wird nur dann erreicht, wenn ich zu Dir und Du zu mir wirst. Daher bitte ich Dich: Lass mich in das Wesen des Herrn Datta eintauchen.“
Shripada Shri Vallabha befahl, dass Kala Purusha vor Ihm erscheine. Kala Purusha kam und stellte sich mit gefalteten Händen hin. Da befahl der große Herr:
„Kala Purusha, Hanuman hat dich übertroffen und ist zu einem Kalatitha geworden. Ich möchte ihm den Zustand der Verschmelzung mit Mir gewähren. Ich verleihe ihm außerdem den Titel ‚Nadha‘. Fortan soll er ‚Sai Nadha‘ genannt werden. Ich erkläre diesen Tag zum Tag von Datta Jayanti. Das Bewusstsein in Hanuman kann entsprechend in Datta Swarupa umgewandelt werden.“
Alle Heiligen blickten den Herrn erstaunt an. Unterdessen explodierten alle lebenden Zellen in Hanumans Körper. Mutter Anasuya trat aus ihnen hervor. Sie blickte Shripada an und sagte:
„Mein lieber Krishna Kannaiya, was für ein listiges Kind du bist. O Datta, als ich dich gebar, erlebte ich natürlich die Geburtswehen. Ich dachte, in den Wehen müsse eine gewisse Süße liegen. Doch Du wurdest geboren, ohne dass ich irgendwelche Schmerzen hatte. Nun hast du vielleicht beschlossen, mir diese Erfahrung der Geburtswehen zu schenken. Jetzt habe ich starke Bauchschmerzen. Du stehst vor mir. Willst Du erneut aus meinem Schoß geboren werden? Was ist das? Was ist das für eine Vaishnava-Maya?“
Shripada: „Mutter, Söhne müssen die berechtigten Wünsche ihrer Eltern erfüllen. Hanuman ist in deinem Schoß. Ich gewähre ihm den Zustand der Einheit mit Mir. In gewissem Sinne werde Ich durch Meine eigene Maya erneut aus deinem Schoß geboren.“
Nach einiger Zeit wurden die Geburtswehen stärker. Mutter Anasuya gebar eine bezaubernde dreiköpfige Gestalt Dattas. Nach einiger Zeit verschwand diese Gestalt, und ein kleines Kind lag auf ihrem Schoß. Anasuya stillte das Neugeborene. Nach einiger Zeit verschwand diese Szene. Hanuman wurde sichtbar. Nur Janaki und Rama standen vor Hanuman.
Hanuman: „Mein Herr. Ich werde versuchen, alles Gute aus der Religion der Mlechchhas und alles Gute aus dem Sanatana Dharma zu vereinen. Es soll auch einen Mlechchha-Guru geben.“
Shripada: „Ein großer Weiser namens Mahabub Subhani ist in Mir. Ich werde ihn als Varish Alishah inkarnieren lassen. Er wird dein Guru sein und dich die Geheimnisse des Yoga lehren. Shyama Charan wird dich Kriya-Yoga lehren. Wenn du weitere Segnungen benötigst, kannst du darum bitten.“
Die Ankunft des Herrn Manikya
Hanuman: „Herr, ich habe gehört, dass Du, Padmavati und Venkateshwara unsichtbar seid. Gib mir daher einen Vaishnava-Guru, der weiß, wie man Dich verehrt.“
Shripada: „Ich werde dir einen großen Verehrer Vishnus namens Gopalarao als deinen Lehrer schenken. Er denkt stets an Mich und ist immer mit Meinem Bewusstsein verschmolzen. Als Verehrer des Herrn Venkateshwara wird er Venkusha genannt werden. Nachdem er seinen Körper verlassen hat, bewahre seine Asche in einem Tongefäß auf und vergrabe es in der Erde. Wenn du das Gefäß auf Meine Anweisung hin öffnest, wirst du eine Murti Venkateshwaras finden. Wenn du diese Murti verehrst, werde Ich erfreut sein und dir eine Wohltat gewähren.“
Hanuman sagte zu Mutter Janaki:
„Mutter! Voller Liebe hast du mir eine Diamantkette geschenkt. Ich zerbrach sie, um zu sehen, ob irgendwo in diesen Diamanten der Name Ramas enthalten war. Als ich Ramas Namen nicht fand, warf ich diese Halskette fort. Bitte vergib mir diese große Beleidigung.“
Shripada: „Nichts geschieht ohne Grund in der göttlichen Gegenwart. Ich habe diese Manikya Hara bewahrt. Auch diese Halskette ist eine Form Dattas. Warum sollte man daran zweifeln? Durch das Atma Jyoti in Mir habe ich der Manikya Hara Lebenskraft eingehaucht. Möge diese Manikya Hara in der Gestalt des Gurus erblühen. Möge diese Gestalt des Gurus Herr Manikya genannt werden.“
Mein Lieber, Shripada Shri Vallabha ist die Gestalt Narayanas in Badari. Er sagte, dass ein Weiser namens Nara erneut auf der Erde inkarnieren werde. Nur Shri Charana weiß, unter welchem Namen und in welcher Gestalt die Inkarnation stattfinden wird.
Shripada verweilt im Dorf Shambala Giri auf dem Berg Dronagiri
Eines Tages unterrichtete Shripadas Onkel mütterlicherseits, Shri Venkavadhani, in Pithikapuram Kinder in den Veden. In der Nähe wuchs eine Kokospalme. Ein Affe kam an diesen heiligen Ort, an dem die Veden gelehrt wurden, und lauschte aufmerksam den vedischen Klängen. Ohne die Kokosnüsse an den Bäumen oder irgendwelche anderen Dinge zu beschädigen, lauschte die Affe aufmerksam den Klängen der Veden.
Shripada fragte seinen Onkel: „Onkel, gibt es auch bei einer Kokospalme Wiederverkörperungen, so wie Gott Inkarnationen hat?“
Der Onkel mütterlicherseits sagte: „Kannayya! Was ist das für eine Frage? Eine Frage sollte doch einen Sinn haben.“
Shripada bemerkte: „Onkel, darum geht es nicht! Am Baum wächst eine unreife Frucht. Diese Frucht oder Nuss wird wieder zu einem Baum. Dieser Baum bringt wieder eine unreife Frucht hervor. Während sich dieser Vorgang fortsetzt, verwandelt sich der Baum in eine Frucht, und die Frucht wiederum wird sich in einen Baum verwandeln.“
Damit endete das Gespräch. Plötzlich fiel eine große Kokosnuss von der Kokospalme, die in der Nähe stand. Shripada nahm die Kokosnuss in seine Hände. Er sah die Affe an und sagte:
„Ich möchte dich nicht mit leeren Händen fortschicken. Ich gebe sie dir eigenhändig als Prasad. Du sollst künftig keine weiteren Kokosnüsse aus meinen Händen erbitten. Du kannst sie nehmen, wenn du damit einverstanden bist.“
Die Affe nickte zustimmend mit dem Kopf. Shripada gab ihr die Kokosnuss eigenhändig und streichelte sie liebevoll. Sie ging sehr glücklich fort. Wer weiß, wer diese Affe in Wirklichkeit war, warum ihr die Kokosnuss gegeben wurde und warum die Kokosnuss von selbst zu Boden fiel? Seine spielerischen Taten sind äußerst sonderbar und übersteigen jede Vorstellungskraft.
Der große Herr begab sich zum Berg Sanjivani, der Drona Giri genannt wird. Dort verbrachte Er einige Tage mit Gruppen von Weisen. Wer weiß, was Er dort den großen Yogis gewährte? Danach begab er sich in das Dorf Shambala, wo Herr Kalki inkarnieren wird. Dieser Ort liegt in einem Gebiet, das nicht einmal Maha-Yogis aufsuchen können. Dort leben große Seelen, die seit Jahrtausenden im Himalaya Tapasya praktizieren. Shripada trank reines Wasser auf dem kristallenen Berg im Dorf Shambala. Das Alter derjenigen, die dieses Wasser trinken, bleibt unverändert; daher blieb Er von da an ein 16-jähriger Junge, ohne jegliche Veränderung seines Körpers.
Shripadas Aufstieg aus dem Gebiet von Gokarna in die himmlischen Welten
Danach bereiste er viele heilige Orte und segnete die Verehrer und Maharshis. Er erreichte die Kshetra von Gokarna. Shripada blieb drei Jahre lang in der Gokarna-Kshetra. Sie ist ein bedeutendes Pilgerzentrum. Dort zeigte Er viele göttliche Lilas. Ihre Zahl war unermesslich. Er erfreut sich in jedem Augenblick an seinen Spielen. Von dort kam Er nach Shrishaila. In Shrishaila hatte Shri Bapanarya einst eine große Yajna vollzogen.
Das Wesen des göttlichen Spiels und des Karmas
Shripada erfreut sich in jedem Augenblick an seinen Spielen; er handelt nicht. Was sich für uns als Leben ereignet, wenn er etwas vollbringt, ist für Dattatreya ein Spiel. Es ist ein Spiel, weil er alle seine Taten erschöpft hat – dies wird Karma oder Kriya-Nishpatti (Erschöpfung aller Handlungen) genannt. Warum sind die Handlungen erschöpft? Weil im göttlichen Bewusstsein alle inneren Zustände erschöpft sind (Bhava-Nishpatti). In ihm sind auch sämtliche Erkenntnisaktivitäten und alle Identitäten erschöpft (Jnana-Nishpatti). In einem solchen göttlichen Bewusstsein gibt es kein Ego, das handeln sowie Früchte und Ergebnisse empfangen will, keine Mentalität des Handelnden (Kartritva-Buddhi), keine Urheberschaft und keine Selbstzuschreibung, sondern nur die spontane Manifestation der Energie des göttlichen Willens und anderer Handlungen.
Da sich die göttliche Energie frei manifestiert und spontan auf unterschiedlichste Situationen reagiert, ist sie vollkommen spielerisch und besitzt eine leere, nichtduale Natur. Daher handeln Heilige, insbesondere solche wie Shripada Vallabhacharya, niemals, sondern spielen stets. Karma kann sie nicht einmal berühren, da sie über die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge hinausgegangen sind. Ebenso besteht für uns im Verhalten (im Handeln) spirituelles Wachstum, der Weg zur Befreiung, in der Bewegung vom Karma, von kausal bedingten Handlungen, hin zum Spiel – im Erkennen des göttlichen Spiels, im Eintreten in das göttliche Spiel, im Werden zu einem göttlichen Spieler und in der Verwirklichung des göttlichen Willens als göttliches Spiel in dieser und in anderen Dimensionen.
Lebewesen, die dem Karma unterworfen sind, sind Sklaven ihrer Impulse, Vasanas und Samskaras und bewegen sich auf streng vorgezeichneten Bahnen. Diese Bahnen werden von den Gottheiten, den Herren des Karmas, gelenkt und von den planetarischen Gottheiten vorgezeichnet; die inneren Gottheiten in den Kanälen, die auf sie reagieren, vervollständigen dieses Bild, indem sie Geist und Körper dazu veranlassen, in eine bestimmte Richtung zu handeln. Diese Richtung ist sehr klar und sehr streng. Die Gesetze des Karmas und die Gesetze der Psychologie sind noch strenger als die Gesetze der Mathematik oder der Physik. Doch wenn ein Yogi all seine Handlungen, all seine Bhavas (inneren Zustände), alle Arten von Identität und kognitiver Aktivität erschöpft hat, benutzt die göttliche Energie seinen Körper als Gefäß, und er wird zu einem Kanal des göttlichen Spiels und sieht die Welt als göttliches Spiel. Er entdeckt für sich die Dimension des göttlichen Spiels.
Es zeigt sich, dass das, was die Menschen als Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, Karma, Lebensbahnen, Schicksalsbahnen, Vergeltung für Sünden oder Belohnung für Verdienste sehen, aus der Sicht der Gottheiten und Siddhas wie Shripada als göttliche Lila (Spiel) erscheint.
Das Erkennen des göttlichen Spiels
Göttliches Spiel bedeutet: Eine Handlung kann äußerlich ähnlich sein, doch sie besitzt einen völlig anderen Charakter. Wenn wir zu kontemplieren beginnen und uns vom Ego befreien, erkennen wir zunehmend die Göttlichkeit all dessen, was geschieht, und immer deutlicher das Spiel. Das Spiel umfasst gewöhnlich die Gottheit, die den göttlichen Willen verwirklicht, denjenigen, der spielt, den Vorgang des Spiels selbst sowie den Ort, an dem sich das Spiel entfaltet (Loka). Wenn wir all dies zu erkennen beginnen – die Welt als Mandala, die Loka als Gottheit, den Spieler als die Gottheit selbst und den Vorgang des Handelns als Spiel –, bedeuten diese drei Faktoren, dass wir jede stattfindende Situation als göttliches Spiel erkennen. In diesem göttlichen Spiel erkennen wir das Bewusstsein (das Shiva-Prinzip) und die Energien (das Shakti-Prinzip); wenn sie sich verbinden, manifestieren sich Götter, Gottheiten, Avatare, Menschen und andere Lebewesen.
Die Fähigkeit, alles, was geschieht, sei es im Inneren oder im Äußeren, als göttliches Spiel zu erkennen, ist ein Zeichen reiner Sicht, denn die reine Sicht durchschaut das göttliche Spiel mühelos und fehlerfrei. Die unreine, getrübte Sicht hingegen, also die mangelhafte karmische Sicht, ist keineswegs in der Lage, das göttliche Spiel zu erfassen. Ihr erscheint das göttliche Spiel als etwas karmisch Bedingtes, doch die reine, ungetrübte Sicht vermag es zu sehen. Somit sieht Shuddha-Drishti das göttliche Spiel. Dosha-Drishti, die unreine, getrübte und mangelhafte karmische Sicht, sieht Karma. Dies sind zwei Wege, zwei Wahlmöglichkeiten für die Lebewesen: zwischen Samsara und Nirvana, zwischen dem Weg der Moksha und dem Weg des Leidens, zwischen dem Weg des Karmas und dem Weg der Befreiung.
Für uns ist es sehr wichtig, wie wir die Welt sehen und welche Wahl wir treffen. Um mit unreiner, getrübter Sicht Karma zu sehen, bedarf es keiner großen Anstrengung – dies geschieht ganz natürlich, wir sehen ohnehin all das. Dies ist die Sicht eines gewöhnlichen Wesens. Um jedoch das göttliche Spiel mit reiner Sicht zu sehen, bedarf es des Faktors der Bewusstheit, einer erhöhten Energie und einer gesteigerten Wahrnehmung sowie einer tieferen Sicht.
Es ist vergleichbar damit, große Objekte am Himmel zu sehen: Um etwa den Mond oder die Sonne zu erblicken, bedarf es keiner Anstrengung; wir schauen hin, und alles ist sichtbar. Um jedoch sehr weit entfernte Objekte zu sehen, zum Beispiel eine Radiogalaxie wie Laplace, die mit bloßem Auge überhaupt nicht sichtbar ist, benötigt man Radioteleskope, das „Hubble“-Teleskop und andere hochentwickelte Geräte sowie mehr Viveka (Unterscheidungsvermögen); dann kann man auch sie sehen. Ebenso bedarf es, um das göttliche Spiel zu sehen, einer tieferen Sicht, eines reineren Sehens und reiner Augen. Was unser Viveka und unser reines Sehen verstärkt, ist der Energiefaktor der Bewusstheit (Vimarsha-Shakti).
Wenn sich in uns die Energie der Bewusstheit ansammelt, können wir immer und überall das göttliche Spiel sehen und stets in der reinen Sicht verweilen. Die Ansammlung der Energie der Bewusstheit ist immer eine Ansammlung zweier Arten von Bhavas – Divya-Bhava und Brahma-Aham-Bhava.
Divya-Bhava und Brahma-Aham-Bhava
Divya-Bhava ist mit der reinen Wahrnehmung der Energie verbunden, Brahma-Aham-Bhava mit Shiva-Tattva, mit dem Verweilen in der Nichtdualität, in der Leerheit, in der Dimension des Nirvana und mit der Identifikation seiner selbst als „Aham Brahmasmi“. Mit dem Erkennen der Natur des Geistes und der Vertiefung der Kontemplationspraxis wird auch das Erkennen des göttlichen Spiels leicht erfolgen. Doch selbst wenn ihr einfach von Anfang an übt, euch daran zu erinnern: „Dies ist das göttliche Spiel“, euch daran zu erinnern: „Dies ist die Mandala-Welt der göttlichen Dimension, dies sind Gottheiten, ich selbst bin ein illusorischer Körper, eine Erscheinungsform der Gottheit“, wird eine solche Gewohnheit, euch daran zu erinnern und in der reinen Dimension, in der reinen Sicht zu verweilen, allmählich zum Erkennen des göttlichen Spiels und zur Befreiung vom Karma führen.
Karma und das göttliche Spiel
In dem Moment, in dem ihr das göttliche Spiel erkennt, weicht das Karma zurück und herrscht nicht länger über euch. Wenn ihr es jedoch nicht erkennt, geratet ihr in die festen Umklammerungen des Karmas, und es ist gar nicht so einfach, sich daraus zu befreien. Angenommen, jemand erklärt etwas, doch es gefällt euch nicht, und in euch entstehen Gedanken: „Warum erklärt er das? Welche Befugnisse hat er, und wer ist er überhaupt?“, und es gefällt euch nicht. Eure Gedanken beginnen sich zu verzweigen; eben noch wart ihr in einem solch erhabenen, majestätischen und wohlwollenden Zustand, doch plötzlich befindet ihr euch fünf Minuten später bereits in einem düsteren Zustand, schon wie ein hungriger Geist – das sind die Umklammerungen des Karmas. Das Karma hat euch auf den Weg der Werturteile und Gedanken geführt, und ihr seid in einen veränderten Tunnel der Realität geraten, in dem es kein Divya-Bhava gibt. Das Karma hat bereits eingesetzt, ihr bewegt euch in einem düsteren Zustand, habt keine Lust mehr, das Mantra zu rezitieren oder Seva zu verrichten, und denkt: „Ich will niemanden mehr sehen.“
Die weltlichen Wünsche haben darauf gewartet, dass euer Divya-Bhava schwächer wird, dass dieser Schutzwall, diese Kraftbarriere fällt, denn dem Divya-Bhava gegenüber können sie nicht bestehen, sie überleben nicht. So wie Strahlung für Lebewesen ist, so sind euer Divya-Bhava und eure kontemplative Bewusstheit für die Wünsche. Doch sobald ihr einen niedrigeren Bhava eingenommen habt – Divya-Bhava ist verschwunden, etwas, das eher Dosha-Drishti (getrübte Sicht) entspricht –, erinnern euch die weltlichen Wünsche sofort: „Wollen wir Süßigkeiten essen? Wollen wir schlafen, wollen wir träumen? Wollen wir spielen, wollen wir irgendetwas tun?“ Und schon spürt ihr, dass ihr irgendwie keine Lust mehr zum Praktizieren habt, dass viele Wünsche und viel Karma da sind, und eure dominierenden Vasanas, Impulse und Tendenzen dieses Lebens beginnen erneut, eure Charakter- und Persönlichkeitszüge hervorzubringen. Ihr dachtet, ihr hättet sie, eure Persönlichkeit, bereits besiegt, doch sie melden sich wieder: „Hier sind wir, lasst uns jetzt anfangen“, und Stolz, Neid und noch etwas anderes. Und all dies geschah nur, weil ihr das göttliche Spiel nicht erkannt und Gedanken und Werturteile zugelassen habt, die euch fortführten.
Wenn ihr aber gleich zu Beginn hört, wie jemand etwas erklärt, und ihr das göttliche Spiel erkannt und es aus der reinen Sicht heraus gedeutet habt, würdet ihr sagen: „Erstaunlich, wie Shiva hier spielt! Welch unergründliche Spiele er vollführt“, oder: „Wie Dattatreya sich manifestiert oder wie Sarasvati und Lakshmi sich manifestieren.“
Eure reine Sicht hätte nicht zugelassen, dass Werturteile und Wünsche entstehen, eure Praxis wäre nicht abgesunken, und ihr hättet im Gegenteil aus dieser Situation einen Impuls des Segens gewonnen (Darshan der Anugraha-Shakti). In eurem Inneren hätte sich etwas aufgelöst und verschoben, und ihr hättet beispielsweise verstanden: „Dattatreya kann also auch auf diese Weise spielen.“ Genau hier verläuft die Wasserscheide: Geht ihr den Weg des Samsara oder den Weg des Nirvana, befreit ihr euch jetzt, in diesem Augenblick, oder nicht? Denn im feinstofflichen Körper laufen bei den Seelen während der Wiedergeburt ähnliche Prozesse ab. Nur gibt es dort keinen Körper mehr, und sobald die Seele beginnt, über etwas nachzudenken, denkt sie so intensiv darüber nach, dass ihre Gedanken sie bereits mit sich fortreißen; sie ist nicht mehr in der Lage, sie zu kontrollieren, und die Pranas schalten sich ein und führen sie zu einer neuen Geburt. Oder wenn sie in die reine Dimension eintritt, bewegen ihre Pranas sie in ein reines Land. Dort besitzt dieser Prozess eine große Kraft: ob man in der niederen Welt oder in der höheren geboren wird oder im Zustand des Gleichgewichts bleibt und alles auflöst.
Der Mechanismus der Selbstbefreiung
Diese Mechanismen der Selbstbefreiung muss ein Sadhu sehr genau beobachten, und der Mechanismus der Selbstbefreiung und Kontemplation ist stets mit dem Erkennen des göttlichen Spiels verbunden. Sobald ihr den spielerischen Charakter des Geschehens erkannt, Darshan empfangen und Divya-Bhava gewonnen habt, ohne das natürliche Gewahrsein zu verlassen, ist alles gut, und ihr setzt die Kontemplation fort. Ihr lasst die Situation so los, wie sie ist, erlaubt ihr, so zu bleiben, wie sie ist, nach dem Prinzip, alles so zu belassen, wie es ist, und setzt die Kontemplation fort. Ihr lasst eure Gedanken los, ohne die Natur des Geistes zu verlassen; sie lösen sich auf, ohne verändert zu werden, ohne Mantra, ohne Visualisierung und ohne Transformation durch tantrische Methoden – sie befreien sich auf natürliche Weise in ihrem eigenen Grund. All dies ist das Erkennen des göttlichen Spiels.
Die Kontinuität des göttlichen Spiels
Das göttliche Spiel – es gibt keine einzige Sekunde, in der es nicht stattfindet. Man kann nicht sagen, dass göttliche Spiele nur dann stattfinden, wenn irgendein Avatar herabsteigt; zum Beispiel gab es Krishna – da war Krishna-Lila, es gab Rama – da war Rama-Lila, es gab irgendeine andere Inkarnation und die ihr entsprechende Lila, streng nach den Avataren. Doch in Wirklichkeit sind alle Lebewesen, selbst gewöhnliche Wesen, gewöhnliche Menschen und gewöhnliche Sadhus, ebenfalls Amshas. Amsha-Avatar bedeutet eine partielle Inkarnation Gottes. Das bedeutet, dass jedes Lebewesen als Amsha das göttliche Spiel offenbart, das heißt, das göttliche Spiel hört niemals auf. Es hört also niemals auf, aber manchmal endet unsere Sicht davon: Wir sahen das göttliche Spiel und hörten dann aus irgendeinem Grund auf, es zu sehen.
Sobald wir aufhören, das göttliche Spiel zu sehen, sehen wir Karma, und sobald wir Karma sehen, beginnt das Karma in uns. Ihr könnt Karma nicht losgelöst und unabhängig betrachten; wenn ihr Karma im Außen seht, setzt dieses Karma zwangsläufig bereits Karma in eurem Inneren in Gang: Eure Gedanken, Emotionen, Kanäle und der Mechanismus des Egos reagieren. All das ist miteinander verbunden. Ihr könnt nicht im Außen Karma sehen und im Inneren etwas Großartiges erfahren – das ist unmöglich. Wenn ihr jedoch im Außen das göttliche Spiel seht, dann findet auch in eurem Inneren das göttliche Spiel statt, und eure inneren Asuras, Kleshas und Karmas werden gezähmt, gereinigt und gehen in die reine Sicht über.
Reine Sicht als Grundlage der Kontemplation
Kontemplieren bedeutet neben allem anderen, beispielsweise neben den Ausrichtungen auf Atma-Vichara, den Raum, die dreifache Sankalpa, die zwölf Sankalpas, die Aneignung der drei goldenen Prinzipien und so weiter, auch, im äußeren Bereich ununterbrochen das göttliche Spiel zu entdecken. Die Welt rein zu sehen bedeutet, immer und überall das göttliche Spiel zu sehen; im Shivaismus wird es Chit-Shakti-Vilasa genannt.
Wenn ihr lernt, das göttliche Spiel zu sehen, werdet ihr eine außergewöhnliche Stabilität des Bewusstseins erlangen. Weder Freude noch Kummer werden euer Herz länger treffen können, und ihr werdet gleichermaßen in einem einzigen „Geschmack“ sowohl Schmähung als auch Lob (Ehre und Schmach) annehmen können; keine dualistischen, getrübten Gedanken werden euch länger verdunkeln. Wenn ihr das göttliche Spiel entdeckt, fällt Seva leicht, auch die Praxis lässt sich leicht ausführen, und selbst das Leben verändert sich; die Qualität des Lebens nimmt einen karnevalistisch-festlichen, gesegneten Charakter an. Das Leben selbst hört auf, kompliziert, verworren oder schwer zu sein. Das Leben selbst wird zu einem ununterbrochenen Fest, einem ununterbrochenen Schmuck, einer ununterbrochenen Glückseligkeit und Freude, denn das Spiel besitzt stets einen solchen Charakter.
Gnade, die Ansammlung von Einsichten (Aufblitzen des Geistes) und Offenbarungen im Bereich des göttlichen Spiels geschehen leicht. Wird das göttliche Spiel jedoch nicht erkannt, erscheint das Leben schwierig, selbst das Leben eines Sadhu. Es ist schwierig zu praktizieren und den Prinzipien zu folgen; irgendwie muss man sich durch Willenskraft, mit Gewalt dazu zwingen. Die Gnade scheint euch irgendwie nicht erreichen zu können, als wärt ihr nicht für die Gnade geschaffen. Es ist, als gelangtet ihr in eine andere Dimension, in der alles anders ist.
Wenn wir dies verstehen, werden wir das Geheimnis entdecken, wie man stets glücklich sein kann wie ein Sadhu, wie man freudvoll, mit Segen und spielerisch praktizieren und Verwirklichung erlangen kann, wie man spielend in der Welt leben kann, ohne zu handeln, sondern spielend. Kein Heiliger auf unserem Altar handelt, alle spielen – das ist das Geheimnis; keine Gottheit und kein Heiliger handelt. Nur Menschen, Tiere, vielleicht Geister, alle, die an das Karma gebunden sind, handeln. Heilige und Gottheiten spielen, das heißt, die Welt des Spiels ist die Welt der Shuddha-Adhvas (reinen Dimensionen). Sie spielen nicht aus dem Ego heraus, nicht aus sich selbst, sondern aus der Kraft des Göttlichen. Das Ego kann also nicht spielen; manchmal kann es ein Spiel imitieren und erklären: „Das ist meine Lila“, doch es kann nicht spielen, denn spielen kann nur Bhagavan, das Absolute, durch seine Energien. Da sie jedoch eins mit Bhagavan sind, kann Bhagavan durch sie spielen. Das Erkennen des göttlichen Spiels ist der Schlüssel zum Eintritt in die reine Sicht und der Beginn der Befreiung.
Die Lila von Shripada Shri Vallabha
In Shrishaila führte Shri Bapanarya einst eine große Yajna durch und übertrug Energie aus der Sonnensphäre in den Mallikarjuna-Lingam. Nur dadurch wurde die Inkarnation von Shripada Shri Vallabha möglich. Von dort begab Er sich auf yogische Weise in die Sonnenregion, in einem Körper, der einer lodernden Feuerkugel glich. Danach begab er sich zu Dhruva und von dort zum Stern Ardra. Nach vier Monaten kehrte er vom Stern Ardra nach Shrishaila zurück. Auf Bitte der Maharishis vom Stern Ardra organisierte er in Shrishaila eine Konferenz der Siddha-Purushas. Eine neue göttliche Yoga-Lehre der Erkenntnis wurde formuliert, die er auf dieser Konferenz verkündete. Er sandte die Siddha-Purushas zum Stern Ardra zurück. Seine Pläne sind unergründlich. Er ist der alleinige Herr vieler Millionen Universen. Nach einiger Zeit erreichte er den göttlichen Ort namens Kurungadda.
Sieg sei Shripada Shri Vallabha!
Shri Shripada Shri Vallabha ki – Jai!
Frage:Es gibt sieben Prinzipien der Praxis des göttlichen Spiels. Das Erste ist das Verweilen in Amanaska, in Klarheit, dann die Vereinigung mit der Energie und die Integration. Mit der Energie – bedeutet das, dass sie sich mit dieser Klarheit integriert, die aus diesem Gewahrsein hervorgegangen ist, richtig? Integration ist eine vermischte Vereinigung; sie verschmilzt gleichsam und wird zu einem Ganzen, richtig?
Ja, Integration bedeutet immer, dass wir die äußere Welt, die äußere Dimension, in unser Bewusstsein einbeziehen. Im Augenblick einer solchen Integration lösen sich dualistische Vorstellungen auf, und durch Samanya-Vishesha-Spanda werden Anugraha-Impulse (aus äußeren Objekten) gewonnen, das heißt göttliche Gnade aus den Tattvas (aus äußeren Objekten). Einfach ausgedrückt beginnen wir, Gott in der gesamten äußeren Dimension zu sehen und die Gnade nicht nur in unserem Inneren, sondern auch bei der Wahrnehmung äußerer Objekte zu erfahren.
Frage:Die Einhaltung der Prinzipien des Göttlichen, das Gewahrsein, dass die Welt eine Projektion ist, sowie die Schlüsselpunkte – das sind Praktiken des illusorischen Körpers, richtig? Das Erste ist die Manifestation durch den Geist, das Zweite die Aufrechterhaltung des göttlichen Stolzes und das Dritte die reine Sicht.
Ja, all diese Prinzipien sind tantrisch, und die tantrischen Prinzipien sind im Wesentlichen einheitlich. Die Welt als rein zu sehen, die Lebewesen als Gottheiten zu sehen und alle Erscheinungen als göttliches Spiel zu sehen – all das wird aus der Sicht des Yoga des illusorischen Körpers als Yoga des Alltags bezeichnet. Yoga des Alltags bedeutet, dass wir unser Yoga des illusorischen Körpers und seine Schlüsselpunkte in das tägliche Leben einbringen, dass wir das Erinnern in den Alltag einbringen. Wenn wir uns selbst in der Gestalt von Gottheiten, die Schlüsselpunkte, den Palast und das reine Land visualisieren, lassen wir gleichzeitig das Gewahrsein der Leerheit, der Illusionshaftigkeit und der Reinheit dessen entstehen, was wir uns vorstellen. Wenn die Visualisierung dann beendet ist, wir während der Meditation in den Körper eingetreten sind, die Wahrnehmung mit dem Körper verbunden haben und beginnen zu gehen und zu handeln, muss unsere Meditation fortgesetzt werden, und all diese Ausrichtungen müssen bestehen bleiben. Das ist das Yoga des Alltags des illusorischen Körpers, einschließlich der Wahrnehmung des göttlichen Spiels.
Frage:Das Sechste und Siebte sind das Entstehen der Lila und der Mission? Die Lila ergibt sich bereits als Folge davon?
Ja, sie entstehen von selbst, ebenso wie die Einbeziehung des eigenen Selbst in dieses göttliche Spiel. Das bedeutet, dass die Verbindung mit dem göttlichen Willen hergestellt ist und die göttliche Weisheit sowie andere Kräfte beginnen, spontan und frei durch Sie als Gefäß zu spielen.
Frage:Dann ist das bereits eine Mission?
Ja, die Menschen nennen das eine Mission. Für Menschen heißt es Mission, für göttliche Wesen ist es Lila.
Frage:Sind Zerstörung und Beendigung die Energie Rudras?
Ja, Rudra beseitigt die Unwissenheit. Das ist eine große Selbstbefreiung: So wie wir Gedanken auflösen, zerstört Rudra das Universum – dies ist gleichsam die zerstörerische Emanation Shivas (Brahma, Vishnu, Rudra). Rudra zeigt: „Seht, all dies ist doch Leerheit. All dies ist doch der nichtduale, reine Geist.“
Frage:Wenn man sie wahrnimmt, scheint sie im Vergleich zu den anderen sehr, sehr still zu sein. Ist das richtig? Eigentlich müsste sie doch im Gegenteil ungestüm sein?
Die Energie Rudras?
Frage:Nicht Rudras, sondern die Zerstörung, das Ende – wenn sie ganz still sind?
Ja, was die Energie Rudras betrifft: Shiva zerstört in Wirklichkeit nichts, er wird lediglich der Zerstörer genannt. Tatsächlich hört er einfach auf, dieses Universum, das Spiel der Energie, durch sein Bewusstsein aufrechtzuerhalten, und verweilt in Ruhe. Es ist also nicht so, dass Shiva außer Rand und Band gerät: „So, jetzt veranstalten wir ein Erdbeben, hier fallen die Sterne vom Himmel.“ Die Zerstörung des Universums geschieht nicht auf diese Weise: „Es ist Zeit, jetzt biegen wir es ins Bockshorn“, als hätte er beschlossen, hier alles zu beenden. Nein, so ist es nicht. Die Energie der Zerstörung hat einen anderen Charakter – dies sind lediglich menschliche Vorstellungen. Die Energie der Zerstörung bedeutet, dass Shiva aufhört, jene Kräfte des universellen Geistes zu aktivieren, die dieses Universum immer wieder erschufen – er kommt einfach zur Ruhe. Es ist genauso, wie wenn ihr euch während der Meditation in Ruhe befindet und alles sich befreit und alles zum Stillstand kommt – genau das ist es. Das ist eine richtige Beobachtung.
Frage:Kann man auf dieser Grundlage den wahren Glauben entwickeln, ihn gleichsam vertiefen und echten Glauben im Herzen entstehen lassen? Wenn das Ego wirklich zurücktritt und sich vor ihm verneigt, das heißt, wenn man etwas tiefer gräbt und es hervorkommt, sich zeigt und erkennen lässt, dass seine Kraft gewaltig ist und all diese Dinge im Vergleich zu seiner Kraft gleichsam nichts sind, aber dennoch gibt es doch diese Wahrheit, die …?
Die Wahrheit ist da. Wenn ihr in der richtigen Sichtweise und in der richtigen Kontemplation verweilt, werdet ihr diese Wahrheit nicht verlieren, wie tief ihr auch grabt, und das wird wahrer Glaube sein. Haltet euch einfach ohne Ablenkung an die richtige Sichtweise und die richtige Kontemplation. Die richtige Sichtweise und die richtige Kontemplation durchdringen alle drei Welten, und was auch immer aus dem Inneren hervortritt – Karmas oder irgendwelche Tendenzen –, kann sie nicht erschüttern. Die richtige Sichtweise wird von Brahma-aham-bhava und Divya-bhava genährt. Wenn ihr in sie eingetreten seid, muss sie ständig genährt werden, damit sie bestehen bleibt und nicht verschwindet. Sie wird durch Yoga, Selbsthingabe und Demut verfeinert. Die Wahrnehmung des göttlichen Spiels ist ebenfalls Selbsthingabe und Demut: Ihr demütigt euch, gebt eure eigene reine Sicht auf und akzeptiert demütig, dass dies ein göttliches Spiel ist, das geachtet werden muss, anstatt eigene Gedankenprojektionen zu erzeugen und dem göttlichen Spiel die projizierende Kraft des eigenen Geistes aufzuerlegen. In einem Zustand des Vertrauens überlasst ihr euch dem essenziellen Bewusstsein, wenn ihr das göttliche Spiel seht und es annehmt; denn das göttliche Spiel zu sehen bedeutet, es innerlich anzunehmen und zuzustimmen: „Ja, so kann Gott spielen.“ Solche göttlichen Spiele gibt es ebenfalls – dann gibt es keinerlei Probleme.
Frage:Das ist also Traya-Sankalpa, bereits vom Geist projiziert, das Traum-Sankalpa, richtig?
Traya-Sankalpa ist eine Methode. Ja, es ist eine Methode, die es ermöglicht, dies zu verwirklichen, doch das eigentliche Wesen besteht darin, die Sichtweise und die Kontemplation aufrechtzuerhalten. Traya-Sankalpa hält die Kontemplation auf die richtige Weise aufrecht und durchschaut sie.
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