Kommentar zum Text „Shri Guru Charitra“
Der Text „Shri Guru Charitra“ ist die Lebensbeschreibung der Verkörperung des Avadhuta Dattatreya. Das Kapitel „Eine sechzigjährige unfruchtbare Frau wurde schwanger“.
„In Ganagapur lebte ein Brahmane namens Somanath. Er kannte alle Shastras. Er hatte eine hingebungsvolle Frau namens Ganga. Obwohl sie sechzig Jahre alt war, hatte sie keine Kinder. Sie besuchte Shri Guru jeden Tag, zündete eine Lampe an und vollzog für ihn Arati.
Shri Guru war zufrieden, und eines Tages sagte er zu ihr: „Was ist dein Wunsch? Herr Shankara wird ihn erfüllen.“
Da betete Ganga mit gefalteten Händen: „O Guru, die Leute reden schlecht über mich und sehen mir nicht ins Gesicht, weil ich keine Kinder habe und sündig bin. Ohne Nachkommenschaft gibt es keine Erlösung. Mir ist das Glück, Kinder zu haben, nicht zuteil. Segne mich, im nächsten Leben Kinder zu haben.“
Der Guru lächelte und sagte: „Wer hat das nächste Leben gesehen? Du wirst in diesem Leben Kinder gebären.“
Ganga sagte: „Wie kann ich in diesem Leben Kinder gebären? Ich bin dafür schon alt. Ich unternahm Pilgerreisen und diente dem Ashvattha-Baum, um Kinder zu bekommen. Ich vollzog Vrata und Upasana, aber mein Wunsch wurde nicht erfüllt.“

Vrata ist ein Gelübde, Upasana ist Verehrung.
Selbstverständlich ist es für einen Laien sehr wichtig, Kinder zu haben. Für einen Mönch ist es ein Segen, keine Kinder zu haben. Das heißt, alles hängt davon ab, welchem Status ihr angehört. Was für den einen gut ist, ist für den anderen Gift. Dattatreya sagt dazu: „Was für Götter und Siddhas gut ist, ist schlecht für weltliche Menschen. Was für weltliche Menschen gut ist, taugt nicht für Yogis, Mönche und Siddhas.“
Lebewesen sind in unterschiedliche karmische Bedingungen gestellt, daher besteht zwischen ihnen ein gewaltiger Unterschied. Wenn ihr Mönch werdet, müsst ihr daran denken, dass zwischen euch und weltlichen Menschen Unterschiede von der Größe des Universums bestehen. Vielleicht wird euer Leben im Samsara das letzte sein, im Unterschied zu gewöhnlichen Menschen. In Erinnerung daran solltet ihr euch stets als Mönch bewahren und euch niemals mit anderen Status vermischen.
Ebenso solltet ihr, wenn ihr ein Laien-Schüler seid und euer Weg die Praxis in der Welt ist, auch daran denken, dass ihr euch von nicht praktizierenden weltlichen Menschen unterscheidet. Wenn ihr die geheimen Gelübde und Samayas bewahrt, werdet ihr, selbst wenn ihr in der Welt praktiziert, ebenfalls Befreiung erlangen. Dabei solltet ihr euch nicht zu den Laien zählen. Ihr spielt nur die Rolle eines Laien, in Wirklichkeit aber seid ihr ein Praktizierender, der an nichts Weltliches gebunden ist. Zwischen einem Praktizierenden, der nach Erleuchtung strebt, und demjenigen, der in weltliche Ziele versunken ist, besteht ein Unterschied von der Größe des Universums. Und im Umgang mit weltlichen Menschen müssen wir diese Unterschiede stets berücksichtigen. Man sollte einem anderen die eigene Denkweise nicht anbieten, wenn er nicht selbst darum bittet, denn er könnte nicht bereit sein, sie aufzunehmen.
„Dann sagte Shri Guru: „Deine Hingabe ist nicht nutzlos. Diene dem Ashvattha mit Glauben. Dir werden eine Tochter und ein Sohn geboren werden. Entferne jeden Zweifel aus deinem Geist.“
Danach erzählte Shri Guru die Geschichte von Ashvattha Narayana.
Eines Tages kam Narada, der Sohn Brahmas, nach einer Reise durch die drei Welten in den Ashram der Rishis. Die Einsiedler dienten ihm und baten ihn, die Geschichte des Ashvattha zu erzählen. Narada sagte: „Brahma befindet sich in der Wurzel des Ashvattha-Baumes, Vishnu in der Mitte und Shankara an der Spitze. Shankara befindet sich auf dem südlichen Zweig, Vishnu auf dem westlichen und Brahma auf dem nördlichen.
In AUM symbolisiert „A“ den Hauptstamm, „U“ die Zweige, „M“ die Blüten und Früchte. Das heißt, OM ist die Form von Omkar. Mit jedem Schritt, den ihr macht, erhaltet ihr eine Belohnung.“
Nachdem Ganga dem Swami drei Tage lang gedient hatte, sah sie einen Traum, in dem ein Brahmane ihr befahl, mit Hingabe siebenmal um Shri Guru aus Ganagapur herumzugehen und das Prasad zu essen, das er geben würde, und dann würden ihre Wünsche erfüllt werden.
Sofort erwachte Ganga und erinnerte sich an ihren Traum. Sie vollendete die Ashvattha-Puja, ging ins Kloster, umrundete den Guru und verneigte sich vor ihm.
Shri Guru lächelte und gab ihr zwei Früchte als Geschenk. Sie aß sie, nachdem sie zuerst den Brahmanen Geschenke gegeben hatte.
Dank der Gnade und des Segens von Shri Guru erlangte das alte Ehepaar seine Jugend zurück, und sie konnten Kinder bekommen. Sie aß gute Nahrung und konzentrierte sich drei Tage lang auf den Guru. Am vierten Tag nach der Waschung erhielten die Eheleute Darshan von Shri Guru. Shri Guru segnete sie: „Suputhravathi Bhava“. Alle Menschen waren glücklich zu erfahren, dass sie nicht unfruchtbar war. Nach neun Monaten gebar sie ein Mädchen. Astrologen sagten voraus, dass das Mädchen acht Kinder haben würde. Nach zehn Tagen nahm Ganga das Kind mit, um den Guru zu besuchen. Er segnete das Kind und beschenkte es, indem er sagte: „Dieses Kind wird hundert Jahre leben. Alle werden sie achten, und der König des Südens wird sie besuchen. Sie wird Söhne und Töchter haben. Ihr Mann wird ein erleuchteter Mensch sein, und sie wird ihm ergeben sein“.

Dann bat Ganga um einen Sohn.
Shri Guru fragte sie: „Möchtest du einen klugen Sohn haben, der dreißig Jahre leben wird, oder einen törichten, der bis zu hundert Jahre leben wird?“
Ganga bat: „Ich möchte einen klugen Sohn haben, aber er soll Vater von fünf Söhnen sein“.
Dank der Gnade von Shri Guru wurde ihr ein Sohn geboren, der ein Kenner der Veden und Shastras wurde, und er hatte fünf Söhne.
Shri Guru Murti ist Liebe zu den Hingebungsvollen. Wie kann jemand auf Schwierigkeiten stoßen, wenn er mit ausgerichtetem Geist zu ihm betet? Es ist die Wahrheit, dass der Guru alles geben wird, worum wir bitten. Konzentriert euch ohne Zweifel in eurem Geist auf ihn“.
Guru-Yoga und Selbsterkenntnis
Wenn ihr die Lebensbeschreibung von Heiligen auf dem Niveau Dattatreyas lest, ist das nicht einfach Hagiographie, das Anhören von Geschichten, sondern ein Prozess der Reinigung des feinstofflichen Körpers durch Guru-Yoga mit dem Heiligen. Es heißt, dass allein ein solches Hören dualistische Hindernisse im feinstofflichen Körper, Verdunkelungen und karmische Hemmnisse beseitigt. Aus der Sicht des Laya-Yoga ist der Prozess des Hörens für uns noch wichtiger, weil wir uns, indem wir kontemplieren, vollständig mit dem vereinen, was wir hören, und es als uns selbst erkennen. Vielleicht ist das schwer zu verstehen, aber wahrhaftig wird Guru-Yoga dann verwirklicht, wenn der Yogi in sich die absolute Natur erkennt. Mit anderen Worten: Aus der Sicht des Advaita bedeutet über Dattatreya zu hören, sich selbst als Dattatreya zu erkennen.
Die tiefsten Samskaras, die unser Karma sind, und das Ego befinden sich in der Vergangenheit. Wir identifizieren uns ständig mit vergangenem Wissen. Wenn diese Identifikation jedoch sehr stark ist, ist unser Ego maximal kristallisiert. Und dann haben wir keinerlei Wahlfreiheit, wir können die Meinung über uns selbst nicht ändern, wir sind durch sie an Händen und Füßen gebunden. Die Meinung über uns selbst besteht aus unserem eigenen Gedächtnis und aus dem Gedächtnis anderer Menschen an uns. Dann folgen wir starr dem Bestreben, diese Meinung ständig aufrechtzuerhalten und zu erneuern. Ein solches Aufrechterhalten und Erneuern der Meinung über sich selbst wird Ahamkara genannt, das falsche Ego. Und wenn wir es ständig aufrechterhalten und erneuern, identifizieren wir uns ununterbrochen mit ihm. In der Kindheit ist dies noch nicht sehr ausgeprägt, doch nach dreißig bis vierzig Jahren tritt es mit gewaltiger Kraft hervor, sodass dem Menschen nicht einmal der Gedanke bleibt, er könne jemand anderes sein als derjenige, für den er sich gewöhnlich hält.

Eine solche Identifikation kristallisiert sich stark heraus, wodurch der Mensch sich daran gewöhnt, nur mit den Augen dieser geformten Erfahrung zu sehen. Er schaut auf die Welt, auf sich selbst und auf andere nur durch das Prisma dieser Erfahrung. Das ist Karma. Wie sehr er es auch wollte, er schaut gerade mit diesen Augen und nicht mit anderen. Und weil er mit den Augen einer solchen karmischen Sicht schaut, ist er dadurch stark bedingt. Wenn wir beginnen, die Erinnerung an uns selbst zu verändern, unser falsches Ego verwerfen und innerlich unvorhersehbar, nicht identifiziert, unbegrenzt werden, beginnt die Identifikation mit unserem falschen „Ich“ zu weichen, und im Inneren beginnt unsere tiefgründige Natur hervorzutreten. Allmählich entdecken wir, dass dieser tiefe Zustand undefinierbar ist: abhängig von Bhava und der Ausrichtung der Sankalpa können wir in der einen oder anderen Erscheinungsform auftreten. Wir können den einen oder anderen Teil unserer Persönlichkeit zeigen, uns dabei jedoch nicht mit ihm identifizieren.
Das Prinzip des göttlichen Stolzes bedeutet, dass wir Brahma-aham-bhava als unser wahres Wesen erkennen. Wir hören auf, uns mit vergangener Erfahrung zu identifizieren, identifizieren uns jedoch ununterbrochen mit Brahma-aham-bhava. Und das falsche Ego, für das ihr euch zu halten gewohnt seid, existiert wie ein Kostüm, wie eine bequeme Maske, die für die Annehmlichkeit der Beziehungen zu anderen notwendig ist.
Selbsterkenntnis bedeutet, die eigene absolute Natur durch Kontemplation ununterbrochen zu erkennen. Vielleicht ist das, wovon ich spreche, für manche schwer zu verstehen, dennoch verhält es sich tatsächlich genau so. Wenn ihr richtig kontempliert und die Lehre erfasst, kommt ihr zu demselben Schluss.
Wenn wir daher die Lebensbeschreibung Dattatreyas hören, sollten wir nicht denken, dass darin von etwas die Rede ist, das von uns getrennt ist. Während wir beim Hören der Lebensbeschreibung Dattatreyas kontemplieren, müssen wir uns selbst als Dattatreya erkennen.
Prüfungen und Hindernisse auf dem Weg
„Narahari wird vom Aussatz geheilt
Eines Tages kam ein Brahmane namens Narahari, der an Aussatz litt, zu Shri Guru nach Ganagapur. Er verneigte sich hingebungsvoll vor dem Guru und sagte: „O Guru, ich bin hierhergekommen, nachdem ich von deinem Ruhm gehört habe. Ich leide an dieser Krankheit aufgrund meines sündhaften Karmas. Ich habe mich mit dem Yajurveda beschäftigt, und dennoch meiden mich die Menschen. Niemand will mein Gesicht ansehen, mein Leben ist elend geworden. Ich habe Pilgerreisen zu vielen Orten unternommen, wurde aber nicht geheilt. Jetzt habe ich keinen Wunsch mehr zu leben. Bitte erweise mir Gnade“.
Shri Guru sagte: „Du hast Aussatz wegen der vielen Sünden, die du in deinem früheren Leben begangen hast. Tue mit Hingabe das, was ich dir sagen werde“.
Krankheiten entstehen aufgrund der eigenen Sünden in früheren Leben oder aufgrund der Sünden anderer Menschen, die man auf sich genommen hat. Was ist Krankheit? Sie ist grobe Energie und Information, die aus dem feinstofflichen Körper in den physischen Körper eintritt. Die Manifestation einer Krankheit auf der physischen Ebene ist bereits die letzte Stufe. Doch die Krankheit beginnt schon auf der energie-informativen Ebene und äußert sich als Ungleichgewicht des Prana. Wenn zum Beispiel jemand eine Lungenerkrankung hat, weist das auf ein Ungleichgewicht von Prana-Vayu hin. Gewöhnlich ist eine Erkrankung das Ergebnis eines unachtsamen Umgangs mit Prana, oder sie ist die Folge einer bestimmten Tendenz des Bewusstseins, sich zu verschließen, sich an etwas festzuklammern.
Wenn die Krankheit infolge eines unachtsamen Umgangs mit Prana entstanden ist, muss man einfach mit Prana arbeiten, zum Beispiel: Pranayamas ausführen, die Nadis reinigen, sich auf die Chakras konzentrieren. Die Konzentration auf die Chakras beseitigt, wenn man sie lange praktiziert, jede Krankheit. Wenn es sich aber um eine energie-informative Erkrankung handelt, muss man auf der Ebene der Information mit feinen astralen Strömen arbeiten und reinigende Praktiken ausführen, zum Beispiel: reinigende Mantras rezitieren, Räucherungen mit Räucherstäbchen durchführen, Niederwerfungen vor Statuen von Heiligen machen, bestimmte reinigende Gelübde ablegen, Reue üben, Waschungen in heiligen Quellen vollziehen. Und diese reinigenden Methoden sollte man so lange praktizieren, bis die Information vollständig gereinigt ist und in Träumen Zeichen der Reinigung erscheinen. Wenn ein Mensch zum Beispiel im Traum sieht, wie er etwas ausspuckt oder wie Federn und Insekten aus seinem Körper herauskommen, dann ist das ein deutliches Zeichen der Reinigung des feinstofflichen Körpers.

Warum können solche Dinge geschehen? Was sind Sünden früherer Leben? Aus nichtdualer Sicht hängt alles davon ab, welches Bewusstsein ein Mensch hat. Zum Beispiel kann ein Heiliger eine sogenannte sündhafte Handlung begehen und dabei dennoch Verdienst ansammeln. Sünden früherer Leben sind verdunkelte Geisteszustände, die infolge bestimmter Handlungen hervorgebracht wurden. Wenn ein Mensch in Unbewusstheit irgendwelche Handlungen beging und Verdunkelungen hatte, dann prägten sich diese Verdunkelungen ein und zogen eine bestimmte Energie an, die sich in seinem astralen und kausalen Körper abdrückte; und in diesem Leben zieht sich die Spur dieser negativen Energien hinter ihm her — genau das sind die Sünden früherer Leben.
Wenn aber ein Yogi sich vom dualistischen Denken befreit, aufhört, ein verdunkeltes Bewusstsein zu erfahren, und sich ständig in der Gegenwärtigkeit, im Deva-Bhava, befindet, ist sein Bewusstsein immer positiv, absolut und rein. Dann verlassen ihn diese unreinen astralen Ströme mit der Zeit, und er wird vollständig gereinigt. Gewöhnlich sagen wir, dass das beste Mittel zur Reinigung von Sünden der natürliche Zustand ist. Wenn ihr ihm vertraut und so tief in ihn eingetaucht seid, dass ihr spürt, als ginge Licht aus dem Körper hervor, dann seid gewiss, dass selbst die unreinsten Verdunkelungen, die aus früheren Leben kommen, sich unbedingt reinigen werden, sogar ohne rituelle Praxis. Dennoch können einige Dinge (das Rezitieren von Mantras, das Trinken geweihten Wassers, Räucherungen mit Weihrauch und dergleichen) dabei helfen, wenn ihr sie regelmäßig ausführt. Die Bhajan-Mandala ist ebenfalls eine äußerst kraftvolle reinigende Praxis; sie ist eine Reinigung auf der Ebene der reinen Länder oder der heiligen Himmel. Wenn ihr sie über längere Zeit ausführt, werden eure feinstofflichen Körper gereinigt.
Die Kraft des Glaubens und der Hingabe
„Dann nahm er ein trockenes Stück des heiligen Feigenbaums, gab es dem Brahmanen und sagte: ‚Pflanze dies östlich des Sangam. Nimm ein Bad im Sangam, begieße den Baum dreimal am Tag und diene ihm mit Glauben und Hingabe. Du wirst an dem Tag geheilt werden, an dem der Baum grüne Triebe hervorbringt.‘
Der Brahmane tat, wie Shri Guru geraten hatte. Er hielt Fasten ein und verrichtete den Dienst. Sieben Tage vergingen. Die Schüler im Kloster sagten zu ihm: ‚Welchen Nutzen hat es, ein trockenes Stück Holz zu begießen? Wir glauben nicht, dass es austreiben und zu einem Baum werden wird. Deine angesammelten Sünden können nicht vernichtet werden. Du verschwendest deine Energie umsonst.‘
Narahari antwortete ihnen: ‚Die Worte des Guru lügen niemals. Ich glaube fest daran, dass dieser Baum austreiben wird, deshalb werde ich ihn bis zum Ende meines Lebens begießen.‘
Die Schüler aus dem Kloster gingen zu Shri Guru und sagten: ‚Dieser Narr begießt einen trockenen Baum. Er hört nicht auf uns. Was wird sein Schicksal sein?‘
Shri Guru antwortete: ‚O Schüler, dies ist eine Frage der Zeit und der Hingabe. Er wird die Belohnung für seinen Glauben an die Worte des Guru erhalten.‘

Dann erzählte er eine Geschichte.
Vor langer Zeit lebte ein König namens Simhakehu, der einen Sohn namens Danandjaya hatte. Eines Tages ging der Prinz auf die Jagd und bekam Durst. Er traf einen Jäger, der ihm Wasser gab. Dieser Jäger sah einen Shiva-Tempel mit einem zerbrochenen Lingam. Er wollte dem Lingam dienen, doch dieser war zerbrochen. Da sagte Danandjaya zu ihm: ‚Um den Tempel herum gibt es viele Steine, die einem Lingam ähneln; du kannst einem von ihnen dienen. Diene dem Stein mit Glauben und Hingabe.‘ Der Jäger fragte Danandjaya, wie man dem Lingam dienen solle. Er nahm den Prinzen als seinen Guru an und lernte von ihm, den Dienst zu verrichten.
Dann ging der Jäger nach Hause und erzählte seiner Frau alles, was geschehen war. Er diente dem Lingam täglich und brachte Ishvara Chitabhasma dar. Er holte sie nach der Einäscherung aus der Erde. Eines Tages konnte er keine Chitabhasma bekommen. Er war beunruhigt und erzählte es seiner Frau. Sie sagte: ‚Warum sorgst du dich? Bringe mich ins Haus, zünde es an, und du wirst Chitabhasma erhalten. Bringe sie Ishvara dar. Wenn du so handelst, wirst du deinen Dienst an Ishvara nicht unterbrechen.‘ Der Jäger war mit dem, was seine Frau sagte, nicht einverstanden, doch sie bestand darauf. Er tat, wie sie es wollte. Er verbrannte das Haus zusammen mit ihr, nahm die Chitabhasma und vollendete seinen Dienst. Dann rief er wie gewöhnlich nach dem Dienst seine Frau zum Prasad, und sie kam. Das Haus war unversehrt. Der Jäger war erstaunt und fragte seine Frau: ‚Wie bist du gekommen?‘ Sie antwortete: ‚Ich bin aufgestanden und gekommen, sobald du mich gerufen hast.‘ Dies war ein Wunder von Parameshvara. Der Jäger wurde vollkommen hingebungsvoll, und Parameshvara erschien vor ihm.
Shri Guru sagte zu seinen Schülern: ‚Wenn ihr Glauben an die Worte des Guru habt, werdet ihr seine Gnade verdienen.‘

Wie gewöhnlich ging Shri Guru zum Sangam. Auf dem Rückweg freute er sich, als er Narahari sah, der den trockenen Baum im Glauben an Shri Guru begoss. Der Guru sprengte heiliges Wasser aus seinem Kamandalu auf den Baum. Nach kurzer Zeit begann er zu glänzen und brachte grüne Triebe hervor. Der trockene Stock verwandelte sich in einen heiligen Feigenbaum, und Naraharis Krankheit verschwand. Davon inspiriert begann er, Hymnen der Hingabe zu singen. Der Guru segnete ihn und sagte: ‚Du bist der Erste meiner Schüler.‘ Er sprach ihn als Yogeshvara an. Danach lebte Narahari in Ganagapur und wurde in das Vidya-Sarasvati-Mantra eingeweiht.“


