Wenn der Glaube an die Wahrheit bereits erwacht ist und Sie sie durch das Glaubensbekenntnis verinnerlicht haben, stellt sich ganz natürlich die Frage: „Wie geht es weiter?“ Ein Glaube, der nur im Verstand lebt, gleicht einer Landkarte: Sie ist nützlich, aber nicht die Reise selbst.
Damit die spirituelle Suche zu einem wirklichen Weg wird, muss ein Schritt getan werden, der in der Tradition Zufluchtnahme genannt wird (auf Sanskrit: Sharanagati). Dies ist der Augenblick, in dem abstrakte Philosophie zu einer lebendigen Verbindung mit dem Höchsten wird.
Die fünf Kostbarkeiten (Pancharatna)
In unserer Tradition ist die Zuflucht nicht bloß eine abstrakte Idee, sondern besteht aus fünf lebendigen Stützen: Shiva (der ursprüngliche Herr), Shakti (die göttliche Energie), Guru (der spirituelle Lehrer), Dharma (die heilige Lehre), Sangha (die spirituelle Gemeinschaft).
Mehr über die fünf Kostbarkeiten der Zuflucht
Das Zufluchtsmantra und die tägliche Praxis
Die Verbindung mit der Zuflucht wird durch ein Mantra hergestellt, das die Verehrung der drei Hauptaspekte des Weges zum Ausdruck bringt: Namo Guru Deva, Namo Satya Dharma, Namo Arya Sangha. Zur Stärkung der Verbindung mit den fünf Kostbarkeiten wird die tägliche Praxis des Pancharatna-Pranama empfohlen.
Das Zufluchtsmantra und die Praxis des Pancharatna-Pranama
Zuflucht und innere Freiheit
Die Zufluchtnahme ist weder ein Verzicht auf Freiheit noch blinde Unterwerfung. Sie bedeutet, eine verlässliche spirituelle Stütze zu finden. Freiheit ohne Halt führt oft zu Chaos und Zerstreutheit des Geistes, während Halt ohne Bewusstheit in Dogmatismus ausartet. Die Zuflucht verbindet die Freiheit des Forschens mit der Verantwortung gegenüber der Tradition.
Von diesem Augenblick an hört Ihre Praxis auf, ein Experiment zu sein, und wird zu einem bewussten Aufstieg auf dem Weg, der durch die Erfahrung zahlloser Heiliger und Siddhas geheiligt ist.


