Erstes Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit) Zweites Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit) Drittes Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit) Viertes Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit) Fünftes Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit) Sechstes Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit) Siebtes Jnana-Bhumi (Ebene der Weisheit)
GIRLANDE DER MÜNDLICHEN UNTERWEISUNGEN ÜBER DIE SIEBEN STUFEN DER ERLEUCHTUNG
OM
Meine unermessliche Hochachtung und Verehrung Gott Ganesha, dem Ursprung allen Seins – Mahadev, der großen Saraswati, dem Adi-Guru Dattatreya, dem Siddha-Avadhuta Brahmananda und allen Heiligen des Zufluchtsbaumes der Siddha-Linie!
Hier sind die Unterweisungen für die Schüler und alle Gottsuchenden über den Weg zur Befreiung und die sieben Stufen des Erwachens, genannt „Jnana-Bhumi“.
Wenn ein Yogi den Weg zur Befreiung geht, sieht er günstige Zeichen (Lakshanas) seines Fortschritts. Kennt er diese Zeichen, die von den heiligen Weisen dargelegt wurden, wird er sich niemals irren oder vom Weg abkommen. Ohne sie zu kennen, kann er in eine der vielen tausend tückischen Fallen geraten, die dem Yogi auflauern.
Wer ihnen mit Verständnis und Eifer folgt, wird wahrlich glücklich werden, denn er wird das wahre Verständnis für den Sinn des Yoga erlangen, und sein Ziel wird erreicht werden – so steht es in den Prakriyas (Hauptbegriffen) des Vedanta und in den Schriften der Heiligen, wie der „Yoga Vasistha“ und anderen.
ERSTES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Shubhechha“ (der edle Wunsch nach Erleuchtung)
- Wenn das erste Bhumi erreicht ist, erlangt der spirituelle Sucher Unterscheidungskraft und Verständnis (Viveka); er unterscheidet klar zwischen Wahrheit und Unwahrheit.
- Die Merkmale des ersten Bhumi sind wie folgt:
- der Mensch dient den heiligen Weisen;
- er studiert die heiligen Schriften;
- er ist vertieft in verschiedene lobenswerte dharmische Handlungen: Verehrung von Gottheiten, Singen von Bhajans, Japa, Yoga, Dienst an den Sadhus, Besuch von Tempeln seiner Tradition, Ashrams der Gurus und heiligen Stätten;
- die Welt interessiert ihn nicht;
- er bemüht sich, nicht zu sündigen;
- sein Ziel ist die Befreiung (Moksha), das Überqueren des Ozeans von Samsara, und er denkt ständig daran.
- In seinem Herzen sind Leidenschaftslosigkeit, Ruhe und Freude entstanden; seine Rede ist sanft, ehrlich, gütig und der Situation angemessen.
- Der Anfänger sollte mit aller Kraft danach streben, dieses Bhumi zu erreichen. Solange die erste Ebene nicht erreicht ist, ist es unmöglich, höhere Stufen wie Vicharana und Tanumanasi zu erreichen.
- Die erste Ebene ist die Grundlage von Moksha. Es ist die potenzielle Heiligkeit im Keimzustand, ähnlich einem Samen, der in die Erde geworfen wurde.
ZWEITES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Vicharana“ (Selbsterforschung)
- Auf dem zweiten Bhumi erfährt der Yogi vom Lehrer alle Geheimnisse des Yoga. Nachdem er die Übertragung und die geheimen Unterweisungen vom Guru erhalten hat, beginnt er mit der Praxis der inneren Schau.
- Die Stufe von Vicharana ist die stetige Ausrichtung des Bewusstseins auf das „Ich bin“. Wenn das zweite Bhumi erreicht ist, wird dieses Atma-Vichara (Selbsterforschung) ununterbrochen.
- Der Yogi, der im zweiten Bhumi gefestigt ist, verweilt immer, solange er wach ist und nicht schläft, ohne Ablenkung in der Erforschung des „Ich“; sein Geist ist teilweise nach innen gerichtet und befindet sich teilweise im Außen.
- Vom Moment des Erwachens bis zum Einschlafen verweilt er im Atma-Vichara und erinnert sich an sein „Ich“, während er meditiert, liegt, steht, geht, isst, spricht, Asanas macht, Bhajans singt, im Satsang sitzt, Rituale vollzieht, Tempel besucht, sich verneigt, arbeitet oder Kleidung anzieht.
- Der Yogi wird diese Schau nicht verlassen, selbst wenn sieben wütende Hunde ihn jagen oder Apsaras (himmlische Jungfrauen) versuchen sollten, ihn zu verführen.
- Er verlässt die Schau nicht, selbst wenn er unterhalten, gepriesen, gescholten, abgelenkt, erschreckt oder durch etwas Verlockendes, Erstaunliches oder Angenehmes in Versuchung geführt wird.
- Ein solcher Sadhu sucht die Gesellschaft anderer Weiser, welche die Schriften und Praktiken studiert haben.
- Er weiß intuitiv, was gemäß dem Dharma und den Schriften getan werden soll und was nicht.
- Er bändigt die Kleshas, indem er die Sünden von Stolz, Verblendung und Eifersucht hinter sich lässt.
- Aufkommende Gedanken und Emotionen löst er leicht durch die Kraft der Achtsamkeit, der befreienden Erinnerung – Atma-Vichara – auf.
- Vikalpa-Kshaya – die augenblickliche Zerstörung auftauchender Gedanken und Emotionen – geschieht von selbst.
- So festigt sich der Yogi allmählich in dem unaussprechlichen Zustand jenseits des Geistes und der Konzepte (Amanaska). Er gewöhnt sich daran und lernt neu, darin zu leben, wie ein kleines Kind, das laufen und sprechen lernt.
- Seine Heiligkeit auf dem zweiten Bhumi keimt auf wie ein zarter Spross aus der Erde.
DRITTES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Tanumanasi“ (der feine Geist)
- Auf dem dritten Bhumi wird der Yogi anhaftungslos und unerschütterlich, indem er Gleichmut (Vairagya) gegenüber der Welt und ihren Objekten erreicht. Vairagya wird für ihn zur Gewohnheit, weshalb das dritte Bhumi auch „Asanga-Bhavana“ – „Geisteshaltung der Nicht-Anhaftung“ – genannt wird.
- Der Geist des Yogis auf dem dritten Bhumi wird ruhig, leer, weit, befreit und offen. Er ist wie ein feiner Faden und betrachtet die Leere jenseits von Qualitäten, Subjekt und Objekt.
- „Tanu“ bedeutet „Faden“, „Manas“ bedeutet „Geist“. Somit ist es ein „feiner Geisteszustand, ähnlich einem Faden“.
- Mit verfeinertem Geist, in der Schau verweilend, wandert der Yogi in Einsamkeit durch Wälder und Berge. Er beschäftigt sich mit der Beruhigung des Geistes, indem er Dharana, Dhyana und Samadhi praktiziert.
- Er sieht und erforscht immer die Wahrheit von Brahman (Brahma-Vichara) und verweilt in der Betrachtung der Natur des Geistes, ohne Ablenkung während des Tages, solange der Wachzustand dauert, jedoch nicht im Schlaf.
- Er folgt den Schriften, sein Verhalten ist tugendhaft und entspricht immer der Wahrheit. Der Yogi auf dem dritten Bhumi hat kein Verlangen nach den Objekten dieser Welt; seine Motive und Handlungen sind immer erhaben und rein, auch wenn er sich auf unterschiedliche Weise zeigen mag.
- Er fühlt so: „Ich bin nicht derjenige, der handelt oder genießt. Ich beeinflusse andere nicht, andere beeinflussen mich nicht. Ich tue nichts, selbst wenn ich Schmerz, Vergnügen, Glück oder Unglück erfahre.“
- Seine Karma-Mala (Verunreinigung durch die Vorstellung der Urheberschaft des Tuns) und Kartritva-Buddhi (das Gefühl des Handelnden) lösen sich auf. Er erkennt: „Nicht ich handle, nur Gott handelt. Selbst in der Vergangenheit habe ich nichts getan. All dies, ebenso wie Begegnungen und Trennungen, verschiedene Erfahrungen und Zustände, wird von der allmächtigen Zeit herbeigeführt und fortgetragen.“
- Er verweilt im Antar-Mauna (inneres Schweigen) und genießt stets Ruhe, Zufriedenheit, Weisheit und Selbsterkenntnis.
- Sein Geist leuchtet wie ein unendlicher Raum, ähnlich dem stützlosen Himmel, der sich selbst trägt.
- Auf dem dritten Bhumi tritt Manonasha ein – die Vernichtung der Identifikation mit dem groben Geist und dem Ego, eine Verfeinerung des Bewusstseins.
- Stirbt der Praktizierende auf dieser Stufe, wird er in den Himmeln geboren, lebt dort sehr lange und wird dann erneut auf der Erde als weiser Jnani wiedergeboren, um seinen Weg fortzusetzen.
- Die Heiligkeit eines Yogis, der das dritte Bhumi erreicht hat, gleicht einem kleinen Spross, der emporgewachsen ist und die ersten grünen Blätter getrieben hat.
VIERTES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Sattvapatti“ (Meister des Sattva) Titel des Jnani – Brahmavid
- Das vierte Bhumi wird „Sattvapatti“ genannt, was „Erlangung von Sattva“ oder „Meister des Sattva“ bedeutet.
- Wer in dieses Bhumi eintritt, erlangt das Wissen um das höchste Selbst, Atma-Jnana, und erreicht eine anfängliche Einheit mit dem Gegenstand seiner Erkenntnis – Brahman. Daher wird ihm der Titel „Brahmavid“ verliehen, was „Kenner Brahmans“ bedeutet. Die „Varaha Upanishad“ besagt: „Wer im vierten Bhumi verweilt, wird Brahmavid genannt.“
- Dieses Bhumi zerstört die Vasanas von Grund auf – die Samen der negativen Tendenzen des Sadhus. Wenn die Vasanas zerstört sind, tritt „Bodha“ ein – die Erleuchtung durch das Licht höchster Weisheit.
- Die ununterbrochene Schau des „Ich bin“, der Bewusstseinsraum, der dem Himmel gleicht, dringt in den Zustand des Traums (Svapna) ein.
- Im Traum mit Bildern ist der Yogi nicht nur wach, sondern verweilt im natürlichen Wissen um Brahman – Sahaja. Das Durchdringen der Achtsamkeit (Sahaja) in den Traumzustand ist seine Haupterrungenschaft.
- Die gesamte sichtbare Außenwelt wird für den Sadhaka wie ein Traum empfunden. Die Trennung hat aufgehört, die Einheit ist beständig. Alles, was ist, sieht er als ein einziges Bewusstsein.
- Die „Varaha Upanishad“ besagt:
> „Jene Stufe, in der man durch das Fortschreiten in den drei vorangegangenen Stufen allen Sinnesobjekten gegenüber gleichgültig wird, wenn das gereinigte Chitta im Atman ruht, der die Natur von Sat hat, wird ‚Sattvapatti‘ genannt. > Wenn der Geist fest im Nicht-Dualen verankert ist und das Konzept der Dualität unterdrückt wurde, dann sieht er dieses Universum durch seine Verbindung mit der vierten Stufe wie einen Traum. > So wie eine Herbstwolke verschwindet, wenn sie vom Wind zerstreut wird, so löst sich auch dieses Universum im Bewusstsein des Yogis auf. > O Nidagha, glaube mir, nur ein solcher Mensch ist fest im Sattva gegründet.“
FÜNFTES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Asamshakti“ (Nicht-Anhaftung an Objekte) Titel des Jnani – Brahmavidvara
- Das Licht der Sattva-Guna, das durch die Praxis in den vier vorangegangenen Stufen erreicht wurde und das stetig im Geist des Jnani leuchtet, der eins mit Brahman ist und den Wunsch nach den Früchten seiner Handlungen abgelegt hat, nennt man „Asamshakti“.
- Auf dem fünften Bhumi erreicht der Yogi eine vollkommene Unabhängigkeit von den Einflüssen der Objekte dieser Welt und den stärksten Empfindungen.
- In dieser Stufe gibt es keinen Schlaf und kein Erwachen mehr – die Achtsamkeit ist kontinuierlich. Sein Zustand der Achtsamkeit umfasst drei Dimensionen: Wachen, Traumschlaf und den Zustand des traumlosen Tiefschlafs.
- Das Durchdringen der natürlichen Achtsamkeit (Sahaja) in den traumlosen Schlaf ist die Haupterrungenschaft auf dem fünften Bhumi, weshalb diese Stufe in der „Varaha Upanishad“ „Sushupti-Pada“ genannt wird.
> „Nachdem er auf die fünfte Stufe, genannt ‚Sushupti-Pada‘ (Wohnstätte ohne Träume), aufgestiegen ist, bleibt er einfach im nicht-dualen Zustand, frei von den zahlreichen Unterscheidungen.“ („Varaha Upanishad“, Kap. 4, Shl. 14)
- Der Jnani des fünften Bhumi befindet sich Tag und Nacht in der Erfahrung von „Ananda-Svarupa“ (der Glückseligkeit Brahmans) und besitzt Weisheit jenseits jeglicher Bezugspunkte.
- Für ihn bleibt nur die nicht-duale Realität. Selbst wenn er aufgrund von Prarabdha in verschiedene Handlungen verwickelt ist, bleibt er im Inneren unberührt und ist ein zu Lebzeiten Befreiter (Jivanmukta).
- Ein solcher Heiliger ist ein großer Weiser (Jnani), der mit dem Licht seines Bewusstseins die ganze Welt erleuchtet.
SECHSTES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Padartha-Bhavana“ (Nicht-Wahrnehmung von Objekten) Titel des Jnani – Brahmavidvariya
- Das sechste Bhumi ist „Padartha-Bhavana“ – das Wissen um die Wahrheit. Der Yogi des sechsten Bhumi verweilt stets im Bewusstsein von Turiya – der vierten Dimension des Bewusstseins.
- Die „Varaha Upanishad“ besagt:
> „Jene Stufe, in der durch die Praxis in den vorangegangenen fünf Stufen die Einheit erreicht wurde, in der der Yogi, indem er Zuflucht im Atman gefunden hat, kein Konzept von Innen oder Außen hat, obwohl er an Handlungen nur aus Motiven zum Wohle anderer teilnimmt, wird ‚Padartha-Bhavana‘, die sechste Stufe des Bhumi, genannt. > Stets in der inneren Schau Gottes (Sphurti) verweilend, selbst wenn sie an äußeren Handlungen teilnehmen, sind jene, die in dieser sechsten Stufe verweilen, wie Schlafende, selbst wenn sie handeln.“
- Die „Yoga Vasistha“ besagt:
> „Der Yogi des sechsten Bhumi erkennt: ‚Ich bin weder real noch unreal, weder mit Ego noch ohne. Ich bin jenseits von Dualität und Einheit. Alle der Dualität innewohnenden Zweifel sind verschwunden.‘ > Er ist nichts im Inneren, nichts im Außen, nichts wie ein leeres Gefäß, und gleichzeitig ist er innen und außen voll, wie ein volles Gefäß, das im Meer versunken ist.“
- Die Yogis des sechsten Bhumi sind mit dem Verstand nicht zu erfassen und unbeschreiblich. Sie leben nicht – sie spielen, indem sie durch Körper, Rede und Geist das Spiel der Energien des Absoluten, das Lila von Ishvara, Bhagavan, manifestieren. Ihre Spiele sind transzendent. Sie sind zu Lebzeiten Befreite (Jivanmuktas).
- Der Yogi des sechsten Bhumi ist stets in Brahman vertieft und verweilt im Sahaja-Samadhi. Sein Sahaja-Samadhi durchdringt alle vier Arten des Bewusstseins:
- Wachen;
- Traumschlaf;
- traumloser Schlaf;
- Turiya.
- Sein Bewusstsein, das wie die Sonne strahlt, umfasst alle sechzehn Ebenen des Bewusstseins:
- Jagrat-Jagrat; Jagrat-Svapna; Jagrat-Sushupti; Jagrat-Turiya;
- Svapna-Jagrat; Svapna-Svapna; Svapna-Sushupti; Svapna-Turiya;
- Sushupti-Jagrat; Sushupti-Svapna; Sushupti-Sushupti; Sushupti-Turiya;
- Turiya-Jagrat; Turiya-Svapna; Turiya-Sushupti; Turiya-Turiya.
- Nur große Seelen, die in vielen Leben Tapasya vollzogen, ihre Sicht gereinigt oder große Gnade, Shaktipatha von Shiva erhalten haben, die von seiner Gnade (Samavesha) erfüllt wurden und sich ihm vollständig hingegeben haben, können zu diesem Bhumi aufsteigen.
- Solche Jnanis und Yogis leben im Bewusstsein „Ich bin Shiva“, „Ich bin Brahman“ (Brahma-Aham-Bhava), im göttlichen Bewusstsein (Divya-Bhava), und verweilen jenseits von Zeit, Leben und Tod.
- Sie sind die eigentliche Essenz des Glücks aller Lebewesen, von den Menschen und Geistern bis zu den Göttern.
- Da sie eins mit Shiva sind, sind sie selbst das Ziel und die Zuflucht aller Lebewesen.
- Da sie voller Glückseligkeit (Purnatva) sind, nähren sie alle Lebewesen mit dem Licht ihrer Gnade.
- Sie sind stets eins mit der Quelle des universellen Glücks.
- Sie sind Quellen des Glücks und der Gnade für andere – sie tragen in sich keine Konzepte von „Ich“ und „Andere“.
- Sie sind Gefäße göttlicher Weisheit, Kanäle des göttlichen Willens und transzendente Spieler des Göttlichen.
SIEBTES JNANA-BHUMI (EBENE DER WEISHEIT) „Turyaga“ (Transzendenz) Titel des Jnani – Brahmavidvarishtha
- Die „Varaha Upanishad“ besagt: „Die Stufe, in der der Yogi nach extrem langer Praxis der Kontemplation in den vorangegangenen sechs Stufen unbeweglich in der Betrachtung des einzigen Atman ohne jegliche Trennung gefestigt ist – das ist die siebte Stufe namens Turiya.“ Dann bleibt er in diesem Zustand des Einen ohne ein Zweites, ohne Furcht und mit einem Bewusstsein, das kaum noch als etwas Separates existiert, wo es weder Sat noch A-Sat, weder „Ich“ noch „Nicht-Ich“ gibt. Diese Stufe wird auch „Gudhasushupti“ genannt.
- Der Yogi im siebten Bhumi verweilt mit seinem Bewusstsein stetig in Turiya – dem höchsten Zustand des Überbewusstseins – und geht dann weiter in die unbeschreibliche Dimension von Turiyatita. „Er ist wie ein leerer Krug im Raum, er ist Leere sowohl innen als auch außen; wie ein gefülltes Gefäß inmitten des Ozeans ist er voll sowohl innen als auch außen.“ („Varaha Upanishad“, Kap. 4)
- Er erfährt verschiedene Ebenen feinster Glückseligkeit:
- Nijananda;
- Nirananda;
- Parananda;
- Brahmananda;
- Mahananda;
- Chidananda (allgegenwärtige Glückseligkeit);
- Jagadananda (unendliche höchste Glückseligkeit).
So besiegt er Maya und erlangt Moksha. Alle drei Gunas – Unwissenheit, Leidenschaft und Güte – verschwinden für ihn, und er verweilt jenseits von Körper, Rede und Geist im Zustand der Befreiung als Videha-Mukti.
- Ein solcher Yogi wird zu allgegenwärtigem Bewusstsein-Sein, ähnlich einem Raum des Bewusstseins voller Kraft. Er hat keine Identifikation mit dem Körper mehr; er ist wie ein körperloser, mächtiger Heiliger und eine ewig freie Gottheit. Er kann die Gestalt von jedem annehmen oder durch die Kraft seines Willens beliebig viele Körper erschaffen, die er aus seinem „Ich“ emaniert.
- Er weiß mit Beständigkeit: „Ich selbst bin dieses Brahman, eines ohne ein zweites“, „Ich selbst bin Shiva, und meine innere Energie (Atma-Shakti) kann sich als dieses ganze Universum manifestieren.“
- Er transzendiert die fünf Hüllen (Koshas) und besiegt die feinstofflichen kosmischen Kräfte (Shaktis), von denen die wichtigste Vameshwari ist, die sich in den Hüllen bewegen und die Jiva begrenzen.
- In der physischen Hülle transzendiert er Bhuchari-Shakti, in der feinstofflichen Dikchari-Shakti, in der mentalen Gochari-Shakti, in der kausalen Khechari-Shakti.
- Indem er Khechari-Shakti bezwingt, transzendiert er die feinsten Begrenzungen der fünf Kanchukas: Vidya, Kalaa, Niyati, Kaala und Raga. Die sechste ist Maya. Diese fünf Energien bilden zusammen mit Maya den sechsfachen Schleier (Shat-Kanchuka), der den Atman einhüllt.
- Indem sie den Atman einhüllen, verbergen sie das göttliche Bewusstsein und seine unendlichen Kräfte:
- Allwissenheit (Sarva-Jnatva);
- Allgegenwart (Vyapakatva);
- Fülle (Purnatva);
- Willensfreiheit (Svatantrya);
- Allmacht (Aishvarya);
- Ewigkeit (Nityatva).
Diese werden von dem großen Siddha-Yogi besiegt, der das siebte Bhumi erreicht hat.
- Die ihn zuvor begrenzenden Energien werden gereinigt und verwandeln sich in die fünf göttlichen Shaktis:
- Energie des Bewusstseins (Chit-Shakti);
- Energie der Glückseligkeit (Ananda-Shakti);
- Kraft des Willens (Ichchha-Shakti);
- Kraft des Wissens (Jnana-Shakti);
- schöpferische Kraft des Handelns (Kriya-Shakti).
- Mit dem Sieg über die in den Koshas wirkenden Energien werden im Bewusstsein eines solchen großen Jnani auch die Kanchukas besiegt:
- Maya und Vidya-Kanchuka verwandeln sich in die reine Kraft der göttlichen Allwissenheit Ishvaras (Sarva-Jnatva).
- Kalaa-Kanchuka verwandelt sich in die Kraft der göttlichen Allmacht (Sarva-Kartritva).
- Niyati-Kanchuka verwandelt sich in die Kraft der Allgegenwart und All-Durchdringung Ishvaras (Sarva-Vyapakatva).
- Kaala-Kanchuka verwandelt sich in die ewige Existenz Ishvaras (Nityatva).
- Raga-Kanchuka verwandelt sich in die Energie der Fülle und Ganzheit Ishvaras (Paripurnatva).
- Dann kann ein solcher Mahasiddha, frei auf der höchsten Ebene des siebten Bhumi schwebend, seine eigenen magischen und göttlichen Welten, reine Länder und sogar seine eigenen Universen erschaffen.
- Er kann sie beherrschen wie Brahma, Vishnu und Shiva, ähnlich dem Sohn des Weisen Gana oder den zehn Brüdern Indu, die ihr eigenes Universum erschufen.
- So wird Maya (Illusion) endgültig bezwungen, und er erkennt sich selbst als Shiva, als das nicht-duale Brahman, und verwirklicht siegreich die großen Aussprüche: „Shivoham“ („Ich bin Shiva“) und „Aham Brahmasmi“ („Ich bin Brahman“).
OM TAT SAT
Beendet ist die Upadesha „Girlande der mündlichen Unterweisungen über die sieben Stufen der Erleuchtung“ („Jnana-Bhumi Upadesha Mala“). Sie wurde zum Wohle aller Schüler und aufrichtigen Sucher geschrieben, die dem großen Weg der Befreiung (Moksha Dharma) folgen.
Pancha Dashanam Juna Akhara Mahamandaleshwar Shri Guru Swami Vishnudevananda Giri. Jahr 2021


