Atma-Vichara ist die direkte und kompromisslose Erforschung des Selbst. Nicht der Persönlichkeit. Nicht des Körpers. Nicht des Geistes. Sondern dessen, der gewahr ist.
Es ist die Praxis der Rückführung der Aufmerksamkeit zu ihrer Quelle. Wenn die Aufmerksamkeit sich nach innen wendet, verliert der Geist, der es gewohnt ist, im Äußeren umherzuwandern, allmählich an Kraft – und löst sich in dem auf, woraus er entstanden ist.
„Solange der träge und unvernünftige Verstand dem Pfad der Vergnügungen folgt, verschwindet diese Dunkelheit der scheinbaren Welt nicht. Doch in dem Augenblick, in dem der Mensch erwacht und nach seinem eigenen Wesen fragt, löst sich die Dunkelheit auf.“ Rishi Vasishtha
Im Retreat trennen wir Schritt für Schritt das Unwahre vom Wahren: der Körper — nicht Ich, die Energie — nicht Ich, die Emotionen — nicht Ich, die Gedanken — nicht Ich. Im Zuge der Praxis offenbart sich der innere Beobachter — reines Gewahrsein, frei von Form, Geschichte und Identifikationen. So entsteht Viveka — die Fähigkeit, zwischen dem Atman und all dem zu unterscheiden, was wir nicht sind.
Diese Methode, die der Welt von Sri Ramana Maharshi offenbart wurde, gilt als der direkteste Weg zur spirituellen Realisation. Von Anfang an setzt sie die Vision des Endziels der menschlichen Existenz voraus – die Einheit mit dem Absoluten, dem höchsten „Selbst“ (Atman). Sie erfordert keine komplizierten Techniken, wohl aber Ehrlichkeit. Wenn die Wahrheit erkannt ist, geht sie nicht mehr verloren. Wenn das wahre „Selbst“ erkannt ist, verschwindet die Täuschung für immer.
„Sie müssen zwischen dem ‚Selbst‘, das in sich selbst rein ist, und dem ‚Ich‘-Gedanken unterscheiden. Letzterer ist, da er nur ein Gedanke (Vritti) ist, sieht Subjekt und Objekt, schläft, wacht auf, isst und trinkt, stirbt und wird wiedergeboren. Aber das reine ‚Selbst‘ ist reines Sein, ewige Existenz, frei von Unwissenheit und Illusionsgedanken. Wenn Sie jenes ‚Selbst‘ bleiben, Ihr einziges Sein, ohne Gedanken, dann wird der ‚Ich‘-Gedanke verschwinden und die Täuschung wird für immer vergehen.“ Sri Ramana Maharshi, „Theorie der Selbsterforschung“.
Das Retreat schafft die Voraussetzungen für eine vertiefte Praxis der Selbsterforschung:
- gezielte Ausrichtung der Aufmerksamkeit nach innen;
- Erkennen des Beobachters und des falschen „Ich“;
- stabiles Verweilen im Gewahrsein;
- allmähliche Auflösung der Dualität.
Dies ist kein Weg zu neuen Zuständen, sondern das Erkennen seiner selbst als Atman.


