Namaste!

Meditation über das Glaubensbekenntnis: eine tägliche Praxis

29.07.2026
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Meditation über das Glaubensbekenntnis: eine tägliche Praxis

Glaube ist kein statischer Zustand, sondern ein lebendiger Prozess, der tägliche Aufmerksamkeit, Reflexion und Stärkung erfordert. Damit das Glaubensbekenntnis nicht bloß ein Text auf Papier bleibt, sondern zu Ihrer unmittelbaren inneren Erfahrung wird, wird in unserer Tradition eine besondere tägliche Praxis überliefert.

Der Sinn der Praxis

Das wahre Glaubensbekenntnis liegt nicht in den Worten, sondern in Ihrem Herzen, in Form nichtkonzeptuellen Gewahrseins. Indem Sie darüber meditieren, verlagern Sie den Fokus allmählich vom verstandesmäßigen Verständnis hin zur unmittelbaren Kontemplation der göttlichen Wirklichkeit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Meditation

Diese einfache Praxis hilft, den Geist zu zentrieren und tief in den Sinn der Lehre einzutauchen.

  1. Vorbereitung des Raumes
    • Bereiten Sie den Hausaltar vor und stellen Sie Opfergaben darauf: frisches Obst, Blumen, Süßigkeiten und Räucherwerk.
    • Rezitierten Sie die Mantras der fünf Zufluchten („Pancha-ratna-sharanagati“).
    • Führen Sie Achamana aus — die rituelle Reinigung von Mund, Körper und Raum mit Wasser vom Altar.
  2. Einstimmung und Anrufung
    • Chanten Sie das Mantra OM dreimal und rufen Sie dabei geistig die Kraft des Segens aller Heiligen der Übertragungslinie an.
    • Reinigen Sie den Raum mit dem Klang heiliger Mantras: Rezitieren Sie das Gayatri-Mantra, das Mahamrityunjaya-Mantra, den Hymnus „Asatoma...“ und das Guru-Yoga-Mantra („Gurur Brahma...“).
  3. Kontemplation des Textes

    Nehmen Sie den Text des Glaubensbekenntnisses und arbeiten Sie jeden Absatz der Reihe nach durch:

    • Lesen Sie den ersten Punkt flüsternd.
    • Denken Sie einige Zeit mit tiefem Glauben und Hingabe über das Gelesene nach.
    • Bringen Sie dem Altar eine Opfergabe dar (eine Blume oder Räucherwerk), verneigen Sie sich und läuten Sie die Glocke.
    • Wiederholen Sie diese Handlungen für jeden folgenden Punkt und stimmen Sie sich dabei immer tiefer auf den Sinn der Worte ein.
  4. Abschluss
  • Visualisieren Sie über Ihrem Kopf den Zufluchtsbaum — die Versammlung aller Heiligen und Gottheiten der Tradition.
  • Rezitierten Sie das Zufluchtsmantra („Namo Guru Deva...“) und werfen Sie als abschließende Opfergabe einige Blütenblätter in die Luft.
  • Verneigen Sie sich abschließend vor dem Altar und chanten Sie dreimal das Mantra OM.

Was Sie im Gedächtnis behalten sollten

Das Wichtigste bei dieser Praxis ist, sie nicht zu einem mechanischen Vorgang werden zu lassen. Die Meditation über die Zuflucht ist ein Gespräch mit dem Göttlichen, eine aufrichtige Hinwendung des Herzens. 

Mit der Zeit hört diese Meditation auf, eine „Praxis nach Zeitplan“ zu sein, und wird zu einem natürlichen Bestandteil des Lebens.

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