Er trägt auf den Schultern das Fell eines Tigers,
Trinkt aus einem Schädel die bittere Feuchtigkeit kalter Nächte
Und das Salz menschlicher Sekrete.
Er bestreicht seinen Körper mit der Asche verbrannter Leichen,
Lebt auf Smashanas inmitten von Gestank und Wehklagen.
Einem Kind gleich geht er nackt,
Und verwirrt mit seinem Schweigen die Sterne.
Er ist immer allein, dieser geheimnisvolle Wanderer,
Er lacht wild, während er an einem erloschenen Feuer sitzt.
Auf den Gipfeln tanzt er wahnsinnige Tänze,
In den Wäldern singt er klagende Lieder.
Wild mit den Augen rollend, murmelt er seltsame Tantras,
Sitzt auf Knochen, die Knie umschlungen, in einer Berghöhle.
Er isst rohes Fleisch, spült es mit Wein und Büffelurin hinunter...
Ihn sehen die Fledermäuse nicht,
Doch die Kinder lieben ihn aufrichtig.
Ihm dienen körperlose Geister,
Wilde Tiere fürchten ihn nicht.
Schlangen gehorchen seinem Wink,
Große Götter verehren ihn.
Menschen wenden furchtsam ihre Blicke ab,
Weise hingegen suchen ewig die Begegnung mit ihm.
Yogis preisen ihn in Lobgesängen,
Göttinnen lieben ihn in mitternächtlichen Träumen.
Könige beugen vor ihm die Knie,
Fromme flüstern ihm Gebete zu.
In seinen Händen — der Stab der Wanderschaft,
In seinen Ohren — schwere Ohrringe.
Der Hals ist mit heiligen Gebetsketten umwunden,
Sein Körper ist in den freien Wind gehüllt.
Sein Herz ist mit Asche bestreut,
Sein Geist ist vollkommen von der Ewigkeit durchdrungen.
Der Blick ist in stummer Unendlichkeit erstarrt,
Seine Reden sind melodisch und seltsam.
Die Augen blitzen wie Blitze,
Seine Handlungen sind, wie bei einem Kind, spontan.
Und sein Körper verströmt Wohlgeruch...
Er wandelt auf den Sternen wie auf Steinen,
Er nährt sich von Nektar und Tau.
Er bewegt Felsbrocken und Wolken,
Er fliegt frei wie der Wind.
Er spaziert auf den dünnen Fäden der Zeit,
Bläst in die Risse zwischen den Welten,
Erschafft Wunder aus der Leere.
Verehrt von mächtigen Göttern,
Betrachter der bodenlosen Ewigkeit...
Avadhuta.


